OFFIZIELL: Nico Denz wechselt zu Tudor – Deutscher Giro-Held unterschreibt langfristigen Vertrag
Radsport
Tudor Pro Cycling hat auf dem Transfermarkt für die Saison 2027 einen Doppelschlag gelandet: Das Schweizer Team hat die Verpflichtungen des deutschen Giro-Etappensiegers Nico Denz und des australischen Sprinters Kaden Groves offiziell bestätigt. Beide Fahrer unterschreiben Dreijahresverträge und bleiben damit bis Ende 2029 an Tudor gebunden.
Gemeinsam bringen die beiden Neuzugänge die Erfahrung aus 13 Grand-Tour-Etappensiegen mit. Zehn davon gehen auf das Konto von Groves, der bereits beim Giro d'Italia, der Tour de France und der Vuelta a Espana triumphiert hat. Denz steuerte drei Etappensiege beim Giro bei.
Groves will mit Tudor zurück zur Tour de France und um das Grüne Trikot kämpfen
Mit dem erst 27 Jahre alten Groves verpflichtet Tudor einen Fahrer, der bereits 21 Profisiege und zwei Grüne Trikots bei der Vuelta a Espana vorweisen kann. Nachdem der Australier 2025 mit seinem ersten Etappensieg bei der Tour de France seine Sammlung an Erfolgen bei allen drei Grand Tours vervollständigt hatte, nimmt er bei seinem neuen Arbeitgeber bereits die nächste große Herausforderung ins Visier.
„Ich verfolge Tudor Pro Cycling schon seit mehreren Jahren und habe gesehen, wie beeindruckend sich das Team entwickelt hat und gewachsen ist“, erklärte Groves in einer offiziellen Teammitteilung . „Ich freue mich riesig darauf, Teil der Tudor-Pro-Cycling-Familie zu werden und dazu beizutragen, die nächsten großen Ziele zu erreichen.“
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„Unser wichtigstes Ziel ist es, diese positive Entwicklung fortzusetzen. Ich persönlich möchte den nächsten Schritt machen. Ganz oben auf meiner Liste steht die Rückkehr zur Tour de France, wo ich um Etappensiege und das Grüne Trikot kämpfen will.“
Nach schwieriger Saison 2026: Groves hofft auf einen Neuanfang
Seinen ersten Etappensieg bei einer Grand Tour feierte Groves 2022 auf der elften Etappe der Vuelta a Espana. Mit seinem anschließenden Wechsel zu Alpecin-Deceuninck begann die bislang erfolgreichste Phase seiner Karriere. 2023 gewann er eine Etappe beim Giro d'Italia sowie drei Teilstücke der Vuelta, bei der er sich außerdem erstmals das Grüne Trikot sicherte. Ein Jahr später ließ er drei weitere Vuelta-Etappensiege folgen und verteidigte erfolgreich seinen Titel in der Punktewertung.
2025 baute Groves seine Erfolgsbilanz zunächst mit einem weiteren Etappensieg beim Giro aus, ehe er auf der 20. Etappe der Tour de France auch bei der Frankreich-Rundfahrt erstmals jubeln durfte. Bemerkenswert war dabei vor allem die Art und Weise seines Triumphs: Statt sich in einem klassischen Massensprint durchzusetzen, gewann der Australier in Pontarlier aus einer Ausreißergruppe heraus.
Die Saison 2026 verlief für den Sprinter dagegen alles andere als nach Wunsch. Groves wartet weiterhin auf seinen ersten Saisonsieg und kommt nach einem immer wieder unterbrochenen Rennprogramm bislang auf lediglich 15 Renntage.
Beim Giro d'Italia musste er bereits nach vier Etappen aufgeben, bei der Tour de Suisse war für ihn nach drei Tagen Schluss. Sein 100. Platz bei den ADAC Cyclassics im August ist bis heute sein einziges Ergebnis bei einem Eintagesrennen, das er in dieser Saison beenden konnte.
Tudors CEO und Miteigentümer Raphael Meyer hob im Zuge der Verpflichtung insbesondere die Vielseitigkeit des Australiers hervor. „Kaden bringt beeindruckende Qualitäten für Massensprints, hügeliges Terrain und anspruchsvolle Rennfinals mit“, erklärte Meyer.
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Nico Denz: Wechsel zu Tudor wird nach drei Jahren doch noch Realität
Mit dem 32 Jahre alten Nico Denz sichert sich Tudor neben Groves die Dienste eines erfahrenen Ausreißers und wertvollen Helfers. Der Deutsche zählt sieben individuelle Profisiege zu seiner Erfolgsbilanz, seine größten Triumphe feierte er beim Giro d'Italia. Dort gelang ihm 2023 mit zwei Etappensiegen innerhalb von nur drei Tagen der endgültige Durchbruch auf Grand-Tour-Niveau. Nach seinen Erfolgen auf der zwölften und 14. Etappe ließ er 2025 einen weiteren Triumph auf dem 18. Teilstück folgen.

Nico Denz schlägt 2027 ein neues Kapitel seiner Karriere auf: Der dreifache Giro-Etappensieger wechselt zu Tudor Pro Cycling und unterschreibt einen Vertrag bis Ende 2029.
Auch bei der Tour de Suisse, der Tour of Türkiye und der Tour of Slovakia konnte Denz bereits Siege feiern. Bei der Slowakei-Rundfahrt belegte er 2020 zudem den zweiten Platz in der Gesamtwertung. Dass der Deutsche nun zu Tudor wechselt, ist dabei keineswegs selbstverständlich: Beinahe wäre es schon drei Jahre früher zu einer Zusammenarbeit gekommen.
„Ich freue mich wirklich sehr auf dieses neue Kapitel. Vor drei Jahren stand ich bereits kurz vor einem Wechsel zu Tudor Pro Cycling. Umso schöner ist es, dass es jetzt tatsächlich geklappt hat“, erklärte Denz. „Ich kenne schon viele Mitarbeiter und Fahrer aus meinen früheren Teams und freue mich darauf, wieder mit ihnen zusammenzuarbeiten. Tudor Pro Cycling ist ein dynamisches, junges und ehrgeiziges Team. Ich sehe hier die Möglichkeit, mich weiterzuentwickeln, meinen Beitrag zu leisten, meine Erfahrung weiterzugeben und gemeinsam Großes zu erreichen.“
Einen weiteren individuellen Sieg konnte Denz in der Saison 2026 bislang nicht feiern. Bei den Deutschen Straßenmeisterschaften fuhr er allerdings auf den dritten Platz und musste sich lediglich Felix Engelhardt sowie seinem künftigen Teamkollegen Lennart Jasch geschlagen geben. Darüber hinaus beendete der Deutsche in diesem Jahr sowohl den Giro d'Italia als auch die Tour de France und erhöhte damit die Zahl seiner Grand-Tour-Teilnahmen auf insgesamt 15.
Für Tudor soll Denz künftig jedoch nicht nur mit eigenen Ergebnissen überzeugen. Meyer verspricht sich insbesondere von der Erfahrung des Deutschen einen wichtigen Mehrwert für die gesamte Mannschaft. Sowohl Denz als auch Groves sollen während ihrer dreijährigen Vertragslaufzeit eng mit den jüngeren Fahrern des Schweizer Teams zusammenarbeiten. „Nicos Rennintelligenz, sein Gespür für die richtigen Gelegenheiten, seine Erfahrung und seine Loyalität haben ihn zu einem im Peloton hochgeschätzten Fahrer gemacht“, betonte Meyer.
Offiziell werden Denz und Groves zu Beginn der Saison 2027 für Tudor Pro Cycling an den Start gehen. Mit den beiden bis Ende 2029 gebundenen Neuzugängen setzt die Schweizer Mannschaft ihre gezielte Kaderverstärkung fort und holt sich zusätzliche, bewährte WorldTour-Erfahrung ins Team.

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Für Radsportaktuell.de berichtet er über den professionellen Radsport und begleitet das Geschehen von der WorldTour bis zu wichtigen nationalen und internationalen Rennen. Sein Schwerpunkt liegt auf Vorberichten, Rennzusammenfassungen und Analysen, mit denen er Entwicklungen im Peloton klar einordnet.
Bei seiner Arbeit wird Nic von den Kolleginnen und Kollegen der Schwesterplattform CyclingUpToDate unterstützt, wodurch er regelmäßig direkten Zugang zu Teams, Fahrern und offiziellen Terminen erhält. Er arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus. In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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- Also bitte, 1 MRT und man weiß bescheid. Vorausgesetzt die Ärzte sind keine Vollpfosten. Ich schreibe das, weil schon wieder PPNl das Thema ist.Wurm30-10-2026
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- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026









