Cian Uijtdebroeks hat sich am Donnerstag von der
Tour de France verabschiedet und das Rennen auf der 6. Etappe aufgegeben. Am legendären Col du Tourmalet zog sein Team Movistar die Reißleine und nahm ihm die Entscheidung ab.
Letzter Auslöser für Movistar
Der Belgier war mit großen Ambitionen zu seiner Premiere bei der
Tour de France angereist. Als Kapitän der spanischen Mannschaft lief es jedoch von Beginn an nicht nach Plan: Bereits im Auftakt, dem Mannschaftszeitfahren, deutete sich an, dass etwas nicht stimmte.
Während er in den folgenden Etappen bei großer Hitze weiter Zeit verlor, bestätigte das Team einen Magen-Darm-Infekt samt Fieber, beharrte jedoch zunächst darauf, dass er weiterfahren könne.
Fragen kamen auf, als Sportdirektor Jurgen Roelandts erklärte, Uijtdebroeks habe 37,3 Grad Fieber gehabt – knapp unter dem Wert, den die Teamärzte als zu riskant fürs Weiterfahren einstufen.
Als er noch vor dem Col du Tourmalet aus der Favoritengruppe zurückfiel – und mehr als 50 Kilometer bis ins Ziel verblieben –, übergab sich Uijtdebroeks in der Abfahrt vom Col d’Aspin, dem Vorläufer des Tourmalet.
Das war für Movistar der letzte Auslöser, die Sache aus seiner Hand zu nehmen: „Die Hitze und seine Magenprobleme sorgten dafür, dass er weder genug Flüssigkeit noch Energie im Körper behalten konnte“, sagte Roelandts
bei Sporza. „Nachdem er sich in der Abfahrt vom Aspin übergeben hatte, haben wir ihm gesagt, dass es genug ist.“
Roelandts versteht Uijtdebroeks’ Willen, weiterzufahren und die Erkrankung zu bekämpfen, weiß aber, dass der Punkt der Vernunft überschritten war.
„Ein Fahrer will nie aufgeben“, ergänzte er. „Wenn klar ist, dass Weitermachen keinen Sinn mehr ergibt, müssen wir die Entscheidung für ihn treffen.“
Für den 23-Jährigen, der seine Saison auf La Grande Boucle ausgerichtet hatte, ist die Nachricht ein herber Rückschlag. Als Teamleader für die Grand Tour will Uijtdebroeks sich in den kommenden Wochen sowohl von der Krankheit als auch von der Enttäuschung erholen.