Pauline Ferrand-Prevot hat nach ihrer gescheiterten Titelverteidigung bei der
Tour de France Femmes 2026 bereits den Blick nach vorne gerichtet. Die Französin kündigte an, 2027 stärker zurückzukehren und einen neuen Anlauf auf das Gelbe Trikot zu nehmen.
Die erfahrene Französin geriet bei der diesjährigen Ausgabe früh ins Hintertreffen. Zunächst verlor sie im Einzelzeitfahren der vierten Etappe wertvolle Zeit, ehe sie auch am folgenden Tag weitere Sekunden einbüßte. Am Mont Ventoux zerplatzten auf der siebten Etappe schließlich ihre letzten Hoffnungen auf ein starkes Ergebnis in der Gesamtwertung.
Krankheit beendet Ferrand-Prevots Titelverteidigung
Nach der Etappe
wurde die Titelverteidigerin krank und trat am Samstag nicht mehr zur achten Etappe an. Damit endete eine Tour, die in deutlichem Kontrast zu ihrem Triumph im Jahr 2025 stand. Damals hatte Ferrand-Prevot das Rennen dominiert, sobald die Straße bergauf führte.
Pauline Ferrand-Prevot musste ihre Titelverteidigung bei der Tour de France Femmes 2026 vorzeitig beenden. Für das kommende Jahr kündigt die Französin einen neuen Anlauf an.
„Ich musste das Rennen aufgeben, weil ich am Freitagabend krank wurde. Das war eine schwere Entscheidung, denn ich hatte mich sehr darauf gefreut, auf meinen Trainingsstraßen zu fahren. Aber Entscheidungen zu treffen gehört zum Leben, und sie sind selten leicht.“
In einer offenen Rückschau auf ihre Tour bedankte sich die ehemalige Weltmeisterin bei den zahlreichen Fans für deren Unterstützung. Gleichzeitig machte Ferrand-Prevot deutlich, dass sie ihre Herangehensweise an das Rennen trotz des enttäuschenden Verlaufs nicht infrage stellt.
Ferrand-Prevot: „Ich habe keine Reue“
„Ich bin dankbar für all eure Unterstützung an der Strecke. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie viel mir das bedeutet“, schrieb die Französin in den
sozialen Medien.
Trotz des vorzeitigen Endes und ihrer enttäuschenden Leistungen zieht Ferrand-Prevot persönlich einen klaren Schlussstrich unter die diesjährige Tour: „Ich habe keine Reue, weil ich jeden einzelnen Tag mein Bestes gegeben habe.“
Kritischer fällt dagegen ihre Einschätzung der eigenen Vorbereitung aus. Das intensive Trainingslager im Vorfeld brachte offenbar nicht den erhofften Effekt. Ferrand-Prevot räumte ein, dass ihr Leistungsniveau während der Tour schlicht nicht ausreichte, um im Kampf um die entscheidenden Positionen eine Rolle zu spielen. Gleichzeitig kündigte sie bereits ihre Rückkehr für 2027 an.
„Die Vorbereitung war extrem intensiv, aber mein Level im Rennen war bei Weitem nicht gut genug, um in dieser Tour eine Rolle zu spielen. Chapeau an alle, die im Peloton ein so hohes Niveau gezeigt haben. Ihr alle macht mich zu einer besseren Athletin, und ich komme nächstes Jahr stärker zurück und versuche es erneut“, erklärte Ferrand-Prevot.
Visma - Lease a Bike spricht von „wirklich großem Dämpfer“
Auch Teammanager Rutger Tijssen machte keinen Hehl aus seiner Enttäuschung.
Visma - Lease a Bike war mit großen Ambitionen zur Tour de France Femmes gereist, musste nach Ferrand-Prevots Ausstieg jedoch umplanen. Femke de Vries' zwölfter Platz in der Gesamtwertung gehörte letztlich zu den stärkeren Ergebnissen der Mannschaft, die auf den beiden letzten Etappen noch einmal versuchte, das Beste aus der schwierigen Situation zu machen.
„Wir sind mit einem großen Ziel hierhergekommen und konnten es leider nicht erreichen. Das ist ein wirklich großer Dämpfer, aber es ist großartig zu sehen, wie andere Fahrerinnen einspringen, wenn das Hauptziel außer Reichweite ist, und welchen Fortschritt mehrere Fahrerinnen gemacht haben.“
In den kommenden Wochen will Visma - Lease a Bike die Ereignisse der Tour detailliert analysieren und daraus die entsprechenden Konsequenzen für die Saison 2027 ziehen.
„In der kommenden Zeit, sobald Pauline wieder vollständig fit ist, werden wir unseren Auftritt bei der Tour de France Femmes evaluieren. Das gehört natürlich zum Prozess. Wir schauen, was wir getan haben und was wir besser hätten machen können, und nehmen diese Lehren mit in den weiteren Saisonverlauf und ins nächste Jahr.“