Ben Oliver feiert den Doppelschlag: Der Neuseeländer gewann am Freitag die Schlussetappe der Tour de Wallonie mit Autorität und sicherte sich damit zugleich den Gesamtsieg. Im dramatischen Sprint in Aubel setzte er sich gegen Killian Théot und Lotto–Intermarché-Sprinter
Arnaud De Lie durch.
Nach
De Lies Gala am Donnerstag bot die abschließende Etappe ein Ardennen-Menü für ein enges Gesamtklassement. Die 176,5 Kilometer nach Aubel führten zur legendären Côte de la Redoute zur Rennmitte, dem ikonischen Schauplatz im Kampf um den Frühjahrsklassiker Lüttich–Bastogne–Lüttich.
Rund 70 Kilometer vor dem Ziel bog das Feld auf den schweren Rundkurs in Aubel ein, mit zweimaliger Zieldurchfahrt, während die Favoriten ihre Optionen für einen Coup im Gesamtklassement abwogen. Das Tempo war hoch, der Peloton kontrollierte eine Ausreißergruppe mit elf Fahrern und schrumpfte bereits 85 Kilometer vor Schluss auf rund 40 Mann zusammen.
Peloton stellt Ausreißer, Sheehan holt Bonifikationen
76 Kilometer vor dem Ziel war der Fluchtversuch beendet, genau rechtzeitig zum Eintritt in den lokalen Rundkurs. Im schnellen Finale nahm Riley Sheehan 35 Kilometer vor Schluss drei Bonussekunden mit, Laurence Pithie sicherte sich zwei – ein zähes Ringen um jede Sekunde im Gesamtklassement.
Während die Attacken weiterrollten, lösten sich Pim Ronhaar und Alvaro Sagrado mit einem kleinen Vorsprung, der 16 Kilometer vor dem Ziel auf 24 Sekunden anwuchs. Die Allianz zerbrach rasch: Ronhaar distanzierte Sagrado, doch mit weniger als 10 Kilometern verblieb der Peloton im Nacken. Der Belgier wurde gut zwei Kilometer später ebenfalls gestellt.
Bonifikationen waren die begehrte Beute, denn die Zielplatzierungen konnten das Gesamtklassement entscheiden. Sheehan, Ben Oliver, De Lie und Pithie lagen vor dem Start des Tages nur durch zehn Sekunden getrennt.
Hektische Schlusskilometer
In den letzten Kilometern verblieben etwa 25 Fahrer in der ersten Gruppe, mit Tobias Foss und Jordi Meeus an der Spitze. Adrian Boichis diktierte konstant das Tempo und zog das Feld im Finale in die Länge. Es wartete ein ansteigender Drag vor der leicht abfallenden Zielgeraden.
Movistar-Profi Natnael Tesfatsion setzte 3 Kilometer vor Schluss eine späte Attacke und riss eine kleine Lücke. Boichis neutralisierte den Vorstoß umgehend, womit ein wilder Sprint unter den verbliebenen Kräften angerichtet war.
Liam Slock bereitete im Schlusskilometer den Sprint für De Lie vor, doch dem Belgier blieb der zweite Etappensieg in Serie verwehrt. Oliver kam 50 Meter vor dem Ziel über ihn, hob die Arme und verwies den starken Théot auf Rang zwei.
Ergebnisse Tour de Wallonie 2026 Etappe 5