Demi Vollering hat nach ihrer ersten Streckenbesichtigung der Weltmeisterschaft in Kigali keine Zweifel: Das Straßenrennen der Frauen wird zu einer reinen Ausdauer- und Physiologieprüfung. Schon beim Zeitfahren am vergangenen Wochenende bekam die Niederländerin einen Vorgeschmack auf die extremen Bedingungen.
„Es ist hauptsächlich sehr anstrengend für den Körper – nicht nur für die Beine, sondern wirklich für Herz und Lungen“, erklärte sie gegenüber Cycling Pro Net. „Die Wiederholung macht es so hart. Die Anstrengung ist konstant, und man spürt die Bedingungen sofort. Nach ein paar Runden wird es richtig brutal.“
Lehren aus dem Zeitfahren
Im Einzelzeitfahren hatte sich Vollering Bronze gesichert, doch das Rennen offenbarte ihre Schwierigkeiten, den richtigen Rhythmus zu finden. Die dünne Luft und die langen Anstiege machten den Kampf gegen die Uhr zu einer ganz eigenen Herausforderung. „Die Anstiege sind nicht nur steil, sondern auch ziemlich lang“, analysierte sie. „Es ist gut, dass wir das jetzt wissen, damit wir reagieren können. Aber der Kurs ist definitiv sehr hart.“
Blick auf das Straßenrennen
Am Sonntag wartet auf das Frauen-Peloton ein Rundkurs mit wiederholten Steigungen, Höhenlage und kaum Raum zum Durchatmen. Für eine Bergspezialistin wie Vollering könnte das Profil jedoch genau passen. Gleichzeitig betonte sie die Härte der Aufgabe – auch wenn sie beim Gedanken an den Parcours lächelte: „Ja, ich glaube, ich mag es.“
Mit der Zeitfahrmedaille hat Vollering bereits bewiesen, dass sie unter den extremen Bedingungen in Ruanda bestehen kann. Das Straßenrennen wird ein anderer, taktisch geprägter Test. Doch die Niederlande reisen mit dem Wissen an, dass ihre Anführerin bereit ist, um das Regenbogentrikot zu kämpfen – auf einem Kurs, der vielleicht wie maßgeschneidert für sie wirkt.
Oliver Ried ist seit Anfang 2025 Redakteur bei Radsportaktuell.de. Er berichtet dort über den professionellen Radsport und begleitet das Geschehen von der WorldTour bis zu wichtigen nationalen und internationalen Rennen. Sein Schwerpunkt liegt auf aktuellen Rennberichten, Einordnungen und Hintergrundtexten, mit denen er sportliche Entwicklungen im Peloton verständlich und präzise erklärt. Bei großen Renntagen arbeitet er zudem mit Live-Formaten, um das Geschehen fortlaufend zu dokumentieren und zeitnah einzuordnen.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er sportlich selbst aktiv und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.