„Leider gibt es im Peloton einige psychisch kranke Menschen“ – Geschke meint, viele Stürze ließen sich vermeiden

Radsport
Freitag, 11 September 2026 um 10:00
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Im Radsport mangelt es nie an Stürzen – und den dazugehörigen Verletzungen. Doch der jüngste Sturz von Tadej Pogacar bei der Vuelta oder der tödliche Autounfall von Finlay Tarling in Portugal haben die Debatte um Fahrersicherheit neu entfacht.
Simon Geschke hat in 16 Profi-Jahren selbst genug Stürze und Verletzungen erlebt. Das „klassische“ Schlüsselbein hat er sich in seiner Karriere gleich viermal gebrochen. Nun ist das auch eine der Verletzungen, mit denen Tadej Pogacar klarkommen muss.
Der Slowene blieb über weite Strecken seiner Laufbahn von schweren Blessuren verschont und brach sich erst im Frühjahr 2023 zum ersten Mal das Handgelenk. Für einen Profi, der ständig im Mittelpunkt des Geschehens fährt, ist das ungewöhnlich.

Pogacar geht das Glück aus

Geschke meint, dem Weltmeister sei nach sieben Jahren an der Spitze ohne größere Rückschläge auf der 8. Etappe der Vuelta schlicht das Glück ausgegangen. „Als Profi weißt du eines sicher: Du wirst stürzen – die Frage ist nur, wann“, sagte der 40-Jährige zu Sport Bild.
Jetzt zählt für den Slowenen vor allem, sauber zu genesen – im Sinne seiner weiteren Karriere. Ein Schlüsselbeinbruch hinterlässt in der Regel keine langfristigen Folgen, doch bei Wirbelfrakturen und möglichen Auswirkungen einer Gehirnerschütterung ist größte Vorsicht geboten. „Das Risiko ist immer da. Immerhin habe ich keine bleibenden Schäden davongetragen“, ergänzt Geschke.

Manche gehen zu weit

Während Pogacars Sturz eher ein unglücklicher Vorfall durch einen losen Stein auf der Straße war, sind viele Rennunfälle auf den Faktor Mensch zurückzuführen. Konkret: auf rücksichtsloses Verhalten Einzelner.
„Leider gibt es auch ein paar geistig Gestörte im Peloton, die vor allem bei großen Rennen wie der Tour de France um jeden Preis um den Etappensieg kämpfen“, sagte Geschke.
Zugleich sieht er eine gewisse Risikobereitschaft als Voraussetzung für eine Karriere im Radsport: „Als Profi musst du einfach ein bisschen verrückt sein.“
Trotz der Risiken müssten Profis diese Gedanken im Rennen ausblenden, so Geschke. „Als Profi blendest du die Gefahren aus. Wenn du das nicht könntest, würdest du nicht wieder aufs Rad steigen“, sagte der ehemalige Tour-de-France-Etappensieger.
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