Team Visma | Lease a Bike startet mit deutlich verändertem Gesicht in die Frühjahrsklassiker 2026. Nach den Abgängen zentraler Stützen wie Tiesj Benoot,
Dylan van Baarle und Sprinter
Olav Kooij sucht die niederländische Mannschaft neue Protagonisten. Einer, der diese Lücke schließen soll, ist
Axel Zingle. Der 27-jährige Franzose kam im Vorjahr von
Cofidis, hat sein Potenzial im neuen Trikot aber noch nicht ausgeschöpft.
Analyse zu Axel Zingle und Visma vor den flämischen Klassikern 2026
Zingle galt als ideale Besetzung für die Klassiker-Ambitionen des Teams. Sein Debütjahr 2025 geriet jedoch zum Pechmarathon. Er kam nur auf 28 Renntage, verpasste die Ardennen-Klassiker und die Tour de France nach Stürzen und gab schließlich die Vuelta a España verletzt auf.
Im Gespräch mit
WielerFlits nahm Zingle seinen schwierigen Einstand mit Humor. „Sagen wir, ich bin aus 2025 zu 110 % frisch rausgekommen“, lachte er. „Die anderen im Team witzelten schon, dass Christophe [Laporte] und ich letztes Jahr vor allem viel Urlaub hatten.“
Hinter den Sprüchen steckte jedoch viel Frust. Nach der Vuelta ließ sich Zingle an der Schulter operieren, die Offseason zog sich ewig. Zwar gewann er eine Etappe bei den Vier Tagen von Dünkirchen und hätte ohne Sturz wohl die Gesamtwertung geholt, doch er räumt ein, an Schwung verloren zu haben.
„Ich kann nicht sagen, dass ich jetzt ein besserer Fahrer bin als vor einem Jahr, als ich hierherkam“, gab Zingle zu. „Aber meine Motivation ist dieselbe. Oder besser: noch größer. Nur wage ich nicht zu behaupten, dass ich stärker bin als vor einem Jahr.“
Durch die Kaderveränderungen wächst Zingles Rolle. Er fährt ein dichteres Programm an Frühjahrsklassikern an der Seite der Neuzugänge Timo Kielich und Owain Doull. Primär soll er Kapitän Wout van Aert unterstützen, hat aber auch eigene Ziele.
„Mein Ziel ist immer, Rennen zu gewinnen, aber in manchen Rennen helfe ich auch gern Teamkollegen zum Sieg“, erklärte er. „In den flämischen Klassikern, in die wir mit Wout starten, gehen wir geschlossen auf Sieg.“
Axel Zingle hat 6 Profi-Siege
Amstel Gold Race als Hauptziel
Zingle bestätigte für die nächsten Wochen ein forderndes Programm mit zahlreichen belgischen Klassikern. „Ich fahre unter anderem die E3 Saxo Classic, Dwars door Vlaanderen, die Flandern-Rundfahrt und das Amstel Gold Race.“
Auf dem Pflaster ist er bereit zu arbeiten, doch ein Rennen hat er besonders markiert. „In diesem letzten Rennen [Amstel Gold Race] komme ich am ehesten zur Geltung, wenn ich eines wählen muss“, sagte er. „Viele Kurven, enge Straßen. Das liebe ich sehr. Das kommt aus meinem Mountainbike-Hintergrund.“
Im Juli werden wir ihn jedoch wohl nicht sehen. Obwohl er im Vorjahr nach Laportes Ausfall zunächst nachnominiert wurde, bevor ihn selbst Verletzungen stoppten, sind die Pläne für 2026 andere. „Normalerweise fahre ich nicht die Tour de France“, bestätigte er. Ob es der Giro oder die Vuelta wird, ist noch offen.