Das Decathlon CMA GCM Team hat im vergangenen Transferfenster sein Netzwerk voll genutzt, um die Gesamtkraft deutlich zu steigern. Die Verpflichtung des jungen Sprinters
Olav Kooij mag das Schaufenster prägen, doch die Zugänge von Tiesj Benoot, Matthew Riccitello oder dem jüngsten Tour Down Under-Etappensieger Tobias Lund Andresen heben die Wettbewerbsfähigkeit bei den größten Rennen massiv. Für den Rest des Teams ist das gute wie schlechte Nachricht zugleich.
Im Gespräch mit
Cyclism'Actu skizziert Zeitfahrspezialist
Stefan Bissegger die positiven Aspekte, allen voran das neue, freigeschaltete Wettbewerbsniveau. Der Schweizer selbst erlebte auf dem Pflaster seinen Durchbruch,
mit Rang 7 bei Paris-Roubaix. Und es lag noch mehr drin, glaubt er:
„Der erste Teil war positiv mit Paris-Roubaix, auch wenn ich leider den Plattfuß hatte, als ein Podium, oder sogar mehr, möglich war. Das war etwas frustrierend.“
Die zweite Saisonhälfte wurde jedoch früh durch den Sturz bei der Tour de France überschattet, wodurch Bissegger den Großteil des Sommers verpasste: „Aber ich hatte ein gutes Paris-Tours ganz am Ende der Saison; ich war da, um um die Top 5 zu kämpfen“, sein Jahr endete somit mit einem positiven Akzent.
Kooijs Ankunft verändert alles
Während Bissegger in seinem ersten Jahr bei der französischen Formation in vielen Rennszenarien Freiheiten hatte, wird sich das mit Kooij und Benoot an Bord ändern. „Seine Ankunft wird unsere Rennweise verändern. Wir sind jetzt ein großes Team. Wir müssen das Rennen kontrollieren. Wenn er dabei ist, will er den Sprint. Das ändert einiges. Wir haben noch nicht darüber gesprochen; es ist noch ziemlich offen.“
Und es ist nicht nur Kooij. Mit ihm kamen zwei Bausteine für den Sprintzug in Form von Cees Bol und Robbe Ghys. Bissegger könnte also teils sehr früh in die Arbeit einsteigen. „Er hat drei Jungs mitgebracht. Ich könnte derjenige vor ihnen sein. Es liegt an ihm zu sagen, was er will. Ich kann natürlich helfen.“
Stefan Bissegger sprintete am Ende auf der Bahn von Roubaix zu Platz 7
Hoole wird Bisseggers neuer Partner in Crime
Doch nicht alle Hoffnungen ruhen. Während der erfahrene Benoot auf dem Pflaster oft die Führungsrolle übernehmen dürfte, hat der Belgier genug Qualitäten, um im Duo mit einem weiteren geschützten Fahrer zu arbeiten. Zudem gibt es einen weiteren Neuzugang, der Decathlons Pflasterfraktion stärken sollte: den Zwei-Meter-Mann Daan Hoole. Und Bissegger freut sich auf die Zusammenarbeit mit einem weiteren Zeitfahrspezialisten.
„Wir werden zusammenarbeiten können, während ich letztes Jahr nach Arenberg völlig allein war. Es ist noch ein langer Weg bis ins Ziel.“
In der Hölle des Nordens setzt sich der Schweizer daher keine Grenzen und macht das Rennen zu einem seiner Hauptziele der Saison: „Eine erfolgreiche Saison hieße, in Roubaix aufs Podium zu fahren und Zeitfahrtitel zu gewinnen… Ich weiß, dass ich große Rennen gewinnen kann.“
All diese Neuzugänge markieren den Beginn einer neuen Ära für das französische Team, was den Schweizer freut: „Es verändert sich in die richtige Richtung, wir machen Fortschritte. Wir haben mehr Personal, Bereiche verbessert, die letztes Jahr etwas schwächer waren, wie die Ernährung. Es arbeiten auch neue Leute an der Aerodynamik.“
Seit seinem Wechsel 2025 ist sich
Stefan Bissegger sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben: „Wenn man selbst recherchiert, sieht man, in welche Richtung ein Team steuert. Decathlon war die beste Wahl, die ich treffen konnte.“