„Klassische Domino-Geschichte“ – Paul Magnier und Soudal-Quickstep strotzen nach dem Durchbruch beim Giro d’Italia vor Selbstvertrauen

Radsport
Donnerstag, 28 Mai 2026 um 16:25
Paul Magnier
Soudal-Quickstep wertet Paul Magniers Durchbruch beim Giro d’Italia als frische Brise – mit Blick auf einen möglichen dritten Etappensieg in Rom und kommende Grand Tours. Nach dem ersten Grand-Tour-Etappensieg des 22-Jährigen und dem zweiten Erfolg in einer starken ersten Woche sieht Teammanager Tom Steels eine vielversprechende Zukunft.
Der französische Sprinter beendete 2025 stark und holte von August bis Saisonende 15 Siege. Das belgische Team erkannte, dass Magniers Potenzial zur Entfaltung reif war, und stellte sich beim Giro d’Italia klar hinter ihn, auch wenn die Ausgabe 2025 für den Youngster insgesamt enttäuschend verlief.
Dries Van Gestel, Jasper Stuyven und Fabio Van den Bossche wurden für den Anfahrerzug verpflichtet – und Magnier lieferte sofort ab. Am ersten Tag sprintete er in einem hochklassigen Feld unter anderem vor Jonathan Milan und Dylan Groenewegen ins Ziel.
Steels ist überzeugt, dass das Höhentrainingslager in der Sierra Nevada vor dem Giro den nötigen Schub brachte – und dass das Vertrauen der Mannschaft, einen echten Sprintzug bereitzustellen, zusätzlich trug.
„Das Höhencamp in der Sierra Nevada hat ihm im Nachgang frischen Wind gegeben. Paul hat dort den benötigten Boost bekommen“, sagte Teammanager Tom Steels gegenüber Wielerflits. „Paul bekam auch das Vertrauen, dass wir mit Jasper Stuyven, Fabio Van den Bossche und seinem Stamm-Anfahrer Dries Van Gestel einen starken Sprintzug mit zum Giro schicken. Das hat ihm gutgetan – und er traf gleich am ersten Tag ins Schwarze.“

„Die klassische Domino-Geschichte“

Nach dem ersten Grand-Tour-Etappensieg will die belgische Mannschaft mehr. Weil Sprints oft Kopfsache sind, richtet sich der Fokus nun auf Details, damit im Finale alles zusammenpasst.
Er sagte: „Für ihn selbst und fürs Team. Etappensiege in Grand Tours gehören zu den Zielen, die wir mit ihm verfolgen. Damit das gelingt, muss es zumindest einmal perfekt fallen. Die klassische Domino-Geschichte. Ist der erste Stein gefallen, kommt der Flow – und der Rest folgt.“
Magnier tritt selbstbewusster auf und fährt mit mehr Rennhärte. Nun, so Steels, geht es darum, die passenden Rennen zu wählen, damit er möglichst oft um Siege sprinten kann.
„Wenn man ihn jetzt sprinten sieht, strahlt er großes Selbstvertrauen und Können aus. Seine Positionierung ist besser denn je“, ergänzte Steels. „Man merkt, dass er mehr Erfahrung hat als beim Giro im vergangenen Jahr. Er ist lange in seiner Jugend Mountainbike gefahren, und zu Beginn als Profi fehlte ihm auf der Straße manchmal noch das Gefühl. In der ersten Saisonhälfte des letzten Jahres war er nicht bei 100 Prozent, aber danach – mit vielen Siegen auf niedrigerem Niveau – sah man, dass der Durchbruch nicht mehr lange dauern würde.“

Magnier wächst im Selbstvertrauen

„Das Wichtigste ist, dass sich Paul die Freude bewahrt“, sagte Steels. „Dass er es jetzt auch in Grand Tours kann, gibt ihm viel Selbstvertrauen. Jetzt gilt es, die richtigen Rennen auszuwählen, den Flow zu halten, damit Paul weiter gewinnen kann. Wir setzen ihm Rennen auf den Plan, in denen er auf Sieg fahren kann.“
Logisch, dass nun diskutiert wird, ob Magnier Team-Sprinter Tim Merlier Konkurrenz machen und sogar bei der Tour de France antreten könnte – womöglich an der Seite des belgischen Routiniers. Steels bremst Erwartungen an eine Teilnahme an der Tour de France 2026, kündigt aber Herbstziele für Magnier an, bevor die Tour realistisch wird.
Er ergänzte: „Für die Zukunft hat Paul auch dort das Potenzial. Wenn das Profil passt, könnten sie eines Tages sogar gemeinsam zur Tour fahren. Aktuell denke ich eher an Rennen wie den GP Plouay im Herbst. Dort soll er sich frei fahren können.“
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