Remco Evenepoels Team predigt Zuversicht und Vertrauen in die Tour-de-France-Vorbereitung: Red Bull - BORA Hansgrohe will den Ex-Weltmeister in Bestform und so entspannt wie möglich zum Grand Départ in Barcelona bringen.
Kontrolle wird zum Leitmotiv der deutschen Mannschaft. Evenepoel war ursprünglich für die Tour Auvergne-Rhône-Alpes im kommenden Monat vorgesehen, verzichtete schließlich aber auf den Start. Der Belgier bereitete sich stattdessen in der Höhe in der Sierra Nevada vor und hat seit über einem Monat nicht mehr Rennen bestritten – zuletzt wurde er Dritter bei Lüttich–Bastogne–Lüttich.
Als Gesamtdritter der
Tour de France 2024 kam der Belgier im Vorjahr nach einem von Verletzungen geprägten Winter zur Rundfahrt, was seine Möglichkeiten einschränkte, die Leistungen zu wiederholen, mit denen er im Sommer zuvor als klare Nummer drei hinter Jonas Vingegaard und Tadej Pogacar gegolten hatte.
Nun bei Red Bull - BORA Hansgrohe setzen Fahrer und Team auf Geduld und ein trainingszentriertes Konzept statt klassischer Vorbereitungsrennen für den Juli in Frankreich. Kern des Plans: Sportdirektor Patxi Vila ist überzeugt, dass der 26-Jährige bei großen Rennen auch ohne Aufwärmwettkampf in Topform erscheinen kann.
„In den vergangenen Monaten haben wir gesehen, dass Remco ein sehr hohes Niveau erreichen kann, ohne zwingend an Vorbereitungsrennen teilzunehmen“, sagte Vila
im Gespräch mit La Dernière Heure. „Wir wollten den Fokus direkt auf die Tour richten und vertrauen diesem Plan. So sollte er entspannter und in besserer Form in Barcelona ankommen.“
Evenepoel wird „bis auf den letzten Millimeter“ vorbereitet
Der gezielte Ansatz erlaubt es, die Vorbereitung „bis auf den letzten Millimeter“ auf die Tour auszurichten. „Du weißt nie, wie es läuft, ob er sehr schnell oder eher ruhiger sein wird. Wir wollen die Kontrolle über Umfang, Motivation, Entwicklung und Ablauf behalten. Wir wollen ihn bis auf den letzten Millimeter für die Tour vorbereiten.“
Vila deutet an, dass Evenepoel im Training die Spitze seiner Form mit höherer Intensität und gezielten Reizen noch nicht erreicht hat – und betont, dass kein Haus ohne Fundament steht.
Der Sportdirektor hob „das Fundament des Hauses vor der spezifischeren Arbeit in den nächsten Wochen“ hervor und kündigte an, dass der Belgier in den Wochen vor der Tour verstärkt auf hochintensive Einheiten setzt.
Die Tour de France 2026 verspricht ohnehin eine der spannendsten Ausgaben der jüngeren Vergangenheit zu werden. Mit Florain Lipowitz, der ebenfalls das Gesamtklassement im Blick hat, weiß Evenepoel, dass Pogacar und Vingegaard die zwei klaren Maßstäbe sind. Allein sind sie jedoch nicht: Paul Seixas hat seine Teilnahme bestätigt, nachdem das Teenager-Talent einen beeindruckenden Saisonauftakt hingelegt hat.