José De Cauwer versteht Mathieu van der Poel nicht: Zweifel für Flandern-Rundfahrt und Paris–Roubaix nach der E3 Saxo Classic

Radsport
Sonntag, 29 März 2026 um 10:00
E3SaxoClassic_MathieuVanDerPoel (5)
Mathieu van der Poels Sieg bei der E3 Saxo Classic beseitigte keine Fragen, im Gegenteil, er warf neue auf. Trotz des Triumphs in Harelbeke sorgte seine Fahrweise für Debatten, besonders bei gewichtigen belgischen Stimmen wie José De Cauwer und Karl Vannieuwkerke.
Beide waren sich einig, dass die Taktik des Niederländers schwer zu deuten war, vor allem der Zeitpunkt seiner Attacke.
65 Kilometer vor dem Ziel sprengte Van der Poel das Rennen. Nach Ansicht der Analysten war das womöglich nicht der klügste Zug. Gegenüber Sporza verwies Vannieuwkerke auf eine klare, ungenutzte Alternative.
„Im Nachhinein könnte Mathieu sagen, er hätte in dieser Gruppe noch etwas länger bleiben und Edward Planckaert an die Spitze setzen sollen. Er hatte Planckaert ja dort.“
In die gleiche Richtung argumentierte De Cauwer, der wenig Sinn darin sah, so weit vor dem Ziel loszulegen: „Er hätte es auf seinem Terrain erledigen können. Hätte er auf den Paterberg oder den Oude Kwaremont gewartet, gäbe es meiner Meinung nach kein Problem.“
Noch deutlicher fiel seine Einschätzung des Moves aus: „Ich verstehe nicht, warum er so früh anfängt.“

Ein weniger dominanter Van der Poel

Zwar entschied er das Rennen letztlich am Paterberg, wo er Stan Dewulf abstreifte und solo ankam, doch der Eindruck war ein anderer als sonst. Die Verfolger blieben im Finale lange in Reichweite, untypisch für seine ausgeprägtesten Demonstrationen.
Vannieuwkerke brachte es auf den Punkt: „Wenn er Superman ist, gewinnt er mit einer halben Minute oder einer Minute.“
Der belgische Journalist ging bei der Ursachenforschung weiter: „Meiner Meinung nach spürt er die Folgen des Sturzes stärker, als andere meinen.“
Diese Lesart passt zu Van der Poels eigenen Worten vor dem Rennen, als er zugab, dass die Handverletzung von Milano–Sanremo noch störe, aber nicht genug, um ihn vom Start abzuhalten.
De Cauwer deutete seinerseits ebenfalls Zweifel an der aktuellen Form an: „Mathieu musste heute kämpfen, um zu gewinnen. Daher liegt der Gedanke nahe, dass er ein wenig weniger stark ist. Aber dann denkt man: Es ist Van der Poel, er ist nicht unterlegen.“
Gleichwohl kehrte er zur Rennsteuerung zurück: „Ich verstehe nicht, warum er so früh anfängt. Ich halte das für unnötige Kraftakte und Risiken.“

Pogacar sammelt Schwung für Flandern

Über die E3-Saxo-Classic-Analyse hinaus richtet sich der Blick nun auf die Flandern-Rundfahrt. Und dort rückt ein Name in den Vordergrund: Tadej Pogacar.
Vannieuwkerke war unmissverständlich: „Was sagt uns das über die Flandern-Rundfahrt? Dass Pogacar der Topfavorit ist.“
Jose De Cauwer, vorsichtiger, deutete ebenfalls eine Verschiebung an: „Ich denke immer noch dasselbe, aber ich bin mir nicht ganz sicher, was ich von heute halten soll.“
Er schloss mit einer bemerkenswerten Reflexion: „Jetzt würde ich fast sagen, dass Pogačar minimal über Van der Poel steht.“
Die Fragezeichen um den Niederländer, kombiniert mit der Form des Slowenen, haben die Debatte vor einem der großen Frühjahrstermine wieder voll entfacht.
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