Die Tour of Bruges 2026 war geprägt von Windstaffeln und einem packenden Massensprint, den Dylan Groenewegen gewann, aber auch von einem Protestierenden, der das Feld blockierte.
Yves Lampaert erlebte die Szene aus der Spitze des Pelotons und war fassungslos über das Geschehen.
Lampaert ist seit über einem Jahrzehnt einer der Top-Klassikerfahrer im Peloton und hat in den prestigeträchtigsten Rennen vieles erlebt. Als früherer Sieger der Tour of Bruges weiß er, wie man dieses Rennen angeht – oft von vorn, weil der Wind regelmäßig totales Chaos auslöst.
Aus dieser Position heraus traf er dieses Jahr jedoch auf ein anderes Szenario. Ein in der Region bekannter Klimaaktivist hatte eine Störung des Rennens geplant. Das gelang – allerdings nicht, ohne anschließend von der örtlichen Polizei festgenommen zu werden. Zudem kam es im Peloton zu einem Sturz.
Lampaert fuhr an der Spitze des Pelotons, als der Protestierende von der Straße lief
„Er dachte, wir würden anhalten“ – Yves Lampaert, der nicht vorhatte zu stoppen
Lampaert schilderte den Vorfall aus seiner Sicht, schockiert vom Vorgehen des Aktivisten. „Es war eigentlich ein bizarres Bild. Er saß da, als wäre er auf der Straße festgeklebt“, sagte er gegenüber De Reconstructie.
Die Nähe des Protestierenden zum Peloton führte zu Nervosität, Ausweichmanövern und Bremsen. Dahinter kam es zu einem Massensturz, der das Rennen beeinflusste und unter anderem Juan Sebastián Molano zum Aufgabe zwang.
Lampaert beschrieb das Handeln des mittlerweile identifizierten Wouter Mouton, der in der Vergangenheit bereits separate Proteste bei Radrennen organisiert hatte. „Als wir näher kamen, merkte er, dass wir nicht anhalten würden. Er fing an, mit einer Hand zu winken, und rannte dann ins Gebüsch.“
Doch da war es zu spät. Während Lampaert den Sturz umfuhr, konnten andere hinter ihm nicht mehr reagieren. Der Routinier war schockiert und hatte nur Zeit, instinktiv zu handeln und sich zu schützen. „Ich konnte gerade so vorbeikommen. Aber man verarbeitet das nicht. Man reagiert einfach. Man sah die Angst, er dachte, wir würden anhalten.“