Katalonien-Rundfahrt 2026, 7. Etappe – Vorschau, Profile, Favoriten & Prognosen: Kann Remco Evenepoel Jonas Vingegaard auf dem finalen Rundkurs in Barcelona abschütteln?

Radsport
Samstag, 28 März 2026 um 21:15
VoltaACatalunya2026_RemcoEvenepoel
Die Katalonien-Rundfahrt 2026 findet vom 23. bis 29.03.2026 statt. Das Katalonien-Rennen gilt seit Jahren als der wichtigste Frühjahrstest in den Bergen und zählt zu den härtesten Wettbewerben außerhalb der Grand Tours. Oft treffen hier die besten Kletterer der Welt in den Pyrenäen direkt aufeinander. Wir blicken auf Etappe 7, deren Start und Ziel gegen 10:50 bzw. 13:00 CET erwartet werden.
Erstmals ausgetragen wurde das Rennen 1911, damals siegte Sebastián Masdeu. Während des Ersten Weltkriegs pausierte die Rundfahrt, nicht jedoch während des Zweiten Weltkriegs, und blieb in diesen Jahren ein Fixpunkt im Kalender. Die Bedeutung war und ist groß: Unter den Siegern finden sich Legenden wie Jacques Anquetil und Eddy Merckx, die jeweils zweimal in Serie gewannen. Die Ehrenliste liest sich eindrucksvoll: Felice Gimondi, Bernard Thévenet, Freddy Maertens, Francesco Moser, Sean Kelly, Robert Millar, Miguel Induráin und Fernando Escartin prägten noch das 20. Jahrhundert.
Im 21. Jahrhundert wurde die Rundfahrt Teil der neu geschaffenen WorldTour. Spaniens goldene Generation drückte dem Rennen ihren Stempel auf: Alberto Contador (später gestrichen), Alejandro Valverde und Joaquím Rodríguez stehen in der Siegerliste; zudem triumphierten Nairo Quintana, Richie Porte und zuletzt zwei Slowenen. 2024 gewann Tadej Pogacar den Titel und 2025 holte Primoz Roglic seinen zweiten Erfolg.

Profil Etappe 7: Barcelona - Barcelona

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Barcelona - Barcelona, 95,1 Kilometer
Das Finale steigt traditionell in Barcelona auf einem Rundkurs, der perfekt zum Charakter des Rennens passt und inzwischen sein Markenzeichen ist. Das erste Drittel der Etappe ist bretteben und extrem schnell, danach beginnt rasch eine explosive Runde in und um den Parc de Montjuïc.
Mit lediglich 95 Kilometern ist die Etappe kurz. Sie ist nicht als Abnutzungskampf angelegt, sondern als permanenter Zündstoff, bei dem das Feld jederzeit explodieren kann. Der Rundkurs, den 2026 auch die Tour de France befährt, misst nur 8 Kilometer und führt entweder bergauf oder bergab.
Der Anstieg zum Montjuïc selbst ist 2,5 Kilometer lang, entscheidend sind jedoch die letzten 900 Meter mit im Schnitt 10% und Spitzen deutlich darüber. Es folgt eine sehr schnelle Abfahrt bis zur Zielgeraden, nur unterbrochen von einer Kuppe mit rund 500 Metern bei 6%.
Die Distanzen verschärfen die Wirkung zusätzlich. Nicht nur ist der Kurs sehr anspruchsvoll, auch folgen die Belastungen dicht aufeinander. Vom letzten kategorisierten Anstieg bis ins Ziel sind es lediglich 4,5 Kilometer.

Die Favoriten

GC-Kampf – Jonas Vingegaard kontrolliert die Rundfahrt fest, er muss nur sturzfrei bleiben und einen normalen Tag haben. Leicht wird es nicht, der Kurs lässt sich schwer kontrollieren. Hält Visma aber bis zum Schlussanstieg genügend Helfer vorn, ist er abgesichert. Lenny Martínez und Florian Lipowitz können ihn kaum ernsthaft unter Druck setzen, Valentin Paret-Peintre und Remco Evenepoel könnten hingegen attackieren.
Evenepoel wird es wohl versuchen – nicht primär am Hauptanstieg, sondern über die Kuppe, in den Abfahrten oder an der kleinen Welle im Rundkurs. Das ist ein Parcours, den man auch allein schnell fahren kann. Bekommt er irgendwo eine Lücke, ist er mit seiner heutigen Form kaum zu stellen. Selbst bei einer kleinen Gruppe hat er im Sprint Siegchancen.
Dafür müsste das Rennen allerdings hart sein, denn Dorian Godon war hier schon knapp dran, ist in Topform und hat ein INEOS an seiner Seite, das sich mangels Gesamtwertungskarten voll auf ihn konzentrieren kann. Auch Magnus Cort Nielsen darf man nicht abschreiben.
Gefährlich für den Tagessieg sind zudem Angreifer – aus der Flucht oder mit frühen Attacken auf dem Rundkurs. Mehrere starke Fahrer sind nicht im GC-Fokus und bekommen daher Freiraum. Marc Soler, Giulio Ciccone, Brandon McNulty, Andreas Leknessund, Richard Carapaz oder Ben O'Connor sind auf solchem Terrain besonders heikel, wenn sie einen guten Tag erwischen.

Prognose Volta a Catalunya 2026 Etappe 7

*** Remco Evenepoel
** Dorian Godon, Lenny Martínez, Giulio Ciccone, Marc Soler
* Ben O'Connor, Andreas Leknessund, Magnus Cort Nielsen, Lenny Martínez, Mattias Skjelmose, Valentin Paret-Peintre, Florian Lipowitz, Santiago Buitrago, Afonso Eulálio, Felix Gall, David Gaudu, Richard Carapaz
Tipp: Remco Evenepoel
Wie: Solosieg
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