Analyst Thijs Zonneveld glaubt, die Taktik von
Jonas Vingegaard und Visma | Lease a Bike zur Niederlage von
Tadej Pogacar erkannt zu haben – weniger der giftige Bergsprint, vielmehr der K.o.-Schlag im Hochgebirge.
Die Rivalen im Gelben Trikot liegen zeitgleich, haben nach dem faktischen Waffenstillstand von Visma und UAE Team Emirates – XRG auf der 4. Etappe jedoch mehrere Minuten Rückstand auf Torstein Traeen, sodass das Gelbe an die Ausreißergruppe ging.
Vingegaard gegen Pogacar dürfte am
Donnerstag auf Etappe 6 wieder zünden, wenn das Feld in die Pyrenäen fährt – über den Col du Tourmalet, den Col d'Aspin und mit Zielankunft in Gavarnie-Gedre.
Für Zonneveld sollten Fans ihr Urteil über das Duell Vingegaard–Pogacar noch zurückhalten. Seine Theorie: Vingegaard und Visma zielen stärker auf lange Anstiege.
„Im Moment denkt man: Pogacar ist gerade viel besser, aber am Ende liegen sie schlicht gleichauf“, sagte Zonneveld im
Podcast In de Waaier.
Zonnevelds Theorie zu Vingegaard und Pogacar
Zur Erklärung führt er aus, dass Vingegaard beim Versuch, Pogacars Explosivität am Berg zu kontern, an Stärke auf längeren Anstiegen eingebüßt habe. Er vermutet, dass Vingegaard Etappen mit vielen Höhenmetern und hohem Energieaufwand anvisiert.
„Meine Theorie ist daher, dass Vingegaard im Vorjahr explosiver war, dabei aber ausgerechnet auf seinem eigenen Terrain zu kurz kam.“
„Unterm Strich ist Pogacar traditionell auf kürzeren Anstiegen stärker, während Vingegaard nach einer Etappe mit vielen Kilojoule auf langen Anstiegen die Oberhand hatte. Das sahen wir in den Tours, die er gewann.“
Ist Vingegaard 2026 am Berg stärker?
Mit Blick auf Vingegaards Giro-d’Italia-Vorbereitung und sein schlankes Erscheinungsbild bei der Grande Boucle sieht er kleine Verluste bei hochintensiven, explosiven Aktionen als Hinweis darauf, dass die Bergform sitzt.
Zonneveld sagte: „Und wenn er im Giro auch noch einen großen Block mit langen Anstiegen gemacht hat… Dann kann ich mir vorstellen, dass sie den Fokus verlagert haben. Sie müssen es auch rigoros angehen, denn irgendwo musst du versuchen zu gewinnen.“
„Sie müssen einen Punkt finden, an dem sie Pogacar treffen können. Letztes Jahr konnte er diese explosiven Anstiege noch mitgehen, verlor aber den Sprint. Jetzt verliert er den Sprint ebenfalls und gibt zwei Sekunden ab. Er ist etwas weniger spritzig als im Vorjahr.“
Gleichwohl könnte diese Theorie bis Donnerstagabend auf dem Prüfstand stehen. Er schloss: „Wir müssen bis zur sechsten Etappe warten, um zu sehen, ob diese Theorie tatsächlich trägt.“