INEOS Grenadiers sorgen bei der Strade Bianche für eine Überraschung – Egan Bernal trotz vorheriger Rückendeckung nicht im Aufgebot

Radsport
Donnerstag, 05 März 2026 um 12:30
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Nur wenige Tage nachdem Egan Bernal öffentlich als Referenzfahrer für die Strade Bianche gestützt worden war, hat INEOS Grenadiers eine offizielle Aufstellung für den toskanischen Schotterklassiker bekannt gegeben – ohne den Kolumbianer.
Die Ankündigung sorgt für Stirnrunzeln, da Bernal intern als jener Fahrer präsentiert worden war, auf den sich das Team beim Rennen in Siena stützen würde.
Zuvor hatte Sportdirektor Leonardo Basso das italienische Frühjahrsprogramm klar umrissen.
„Für die Strade Bianche haben wir selbstverständlich Egan Bernal“, sagte Basso im Gespräch mit Bici.Pro. „Er stand 2021 bereits auf dem Podium und weiß, wie man dieses Rennen fährt. Wir vertrauen auf sein Talent. Er wird am Samstag unser Bezugspunkt sein.“

Offizielle Aufstellung erzählt eine andere Geschichte

Die nun von INEOS bestätigte Auswahl zeichnet ein taktisch völlig anderes Bild.
Anstatt um einen einzelnen geschützten Kapitän zu bauen, startet das Team die Strade Bianche mit:
INEOS Grenadiers – Strade Bianche 2026
Jack Haig
Lucas Hamilton
Kim Heiduk
Axel Laurance
Brandon Rivera
Artem Shmidt
Connor Swift
Das Fehlen von Bernal deutet auf eine Abkehr von der öffentlich skizzierten Führungsstruktur hin – hin zu einem flexibleren Ansatz, getragen von Breite und Opportunismus.

Planänderung und neue taktische Ausrichtung

Bernals Auslassung ist besonders bemerkenswert angesichts seines bisherigen Erfolgs in diesem Rennen. Der Kolumbianer wurde 2021 Dritter und hat bewiesen, dass er die speziellen Anforderungen der toskanischen Sektoren auf dem sterrato und den explosiven Schluss nach Siena beherrscht.
Stattdessen reist INEOS mit einer Gruppe an, die ein breiteres Spektrum an Optionen bietet.
Haig und Hamilton bringen Kletterstärke für die entscheidenden Hügel. Swift und Rivera liefern Erfahrung auf rauem Terrain und die Fähigkeit, aggressiv zu fahren, wenn die Schottersektoren das Feld zerfleddern. Laurance besitzt Punch, falls das Finale in einer verkleinerten Gruppe entschieden wird, während Heiduk und Shmidt zusätzliche Unterstützung in einem oft zermürbenden, chaotischen Rennen liefern, in dem Positionierung und Widerstandskraft ebenso zählen wie reine Watt.

Fokus dürfte auf die italienischen Etappenrennen rücken

Bernals Fehlen bei der Strade Bianche könnte auch die Prioritäten des Teams für die kommenden Wochen widerspiegeln.
Im selben Interview skizzierte Basso einen Italien-Block unmittelbar nach der Strade, mit der Erwartung, dass Bernal im Land bleibt für Tirreno–Adriatico, wo er gemeinsam mit Thymen Arensman die Gesamtwertung anführen soll.
Dieses Etappenrennen könnte klarere Signale liefern, wie INEOS den Giro d’Italia später in der Saison angehen will. Vorerst bleibt jedoch die Diskrepanz zwischen Aussage und Auswahl die Schlagzeile.
INEOS hat Bernal öffentlich als Fixpunkt für die Strade Bianche gestützt. Die offizielle Aufstellung erzählt nun eine andere Geschichte.
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