„In manchen Rennen kann ihn das den Sieg kosten“ – Tim Merlier sorgt sich wegen eines Details um den Sprint-Erfolg seines Teamkollegen Paul Magnier

Radsport
Sonntag, 24 Mai 2026 um 13:30
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Sprints sind nicht nur eine Frage der Watt. Aerodynamik, Positionierung, Erfahrung und die Bereitschaft, Risiken einzugehen, gehören zu den Schlüsselfaktoren eines der spektakulärsten Momente im Profiradsport. Doch ohne die eine Eigenschaft, die alles zusammenhält, wird es schwer. Tim Merlier sorgt sich, dass Teamkollege Paul Magnier bei einem dieser Punkte Defizite hat – mit möglichen Folgen für seine Zukunft.
Die beiden fahren seit 2024 zusammen, als Soudal - Quick-Step den Franzosen verpflichtete, und die Entwicklung des 22-Jährigen ist rasant. 2025 feierte er 19 Profisiege, die meisten jedoch bei kleineren Rennen. Das bestätigte seine Power, doch die perfekte Sprinttechnik schien noch nicht ganz zu sitzen – in hart umkämpften Massensprints tat er sich schwer. Ein Blick zwölf Monate zurück: Beim Giro d’Italia 2025 war sein bestes Resultat nur ein dritter Platz; zudem fuhr er lediglich zwei weitere Top-10-Ergebnisse ein.
In diesem Jahr hat der Franzose jedoch an Konstanz zugelegt. Ein klassikerorientierter Frühling kostete ihn womöglich einige Chancen, dennoch gewann er zwei Etappen bei der Volta ao Algarve und gilt aktuell als Hauptfavorit auf die Maglia Ciclamino beim Giro d’Italia, nachdem er beide Sprintetappen in Bulgarien gewonnen hat.

Magnier geht in den Sprints zu sehr auf Nummer sicher

Magnier ist jedoch ein spezieller Fall, wie Merlier ausführt. „Frederik (Broché, sein Trainer, Anm.) hat mir erzählt, er sei beeindruckt von den Wattzahlen, die Paul Magnier in den letzten fünf Kilometern des Giro treten muss, nur um überhaupt in den Sprint zu kommen.“ Beeindruckend, aber diese Leistungswerte zeigen auch: Magnier fährt so, dass er vor dem Sprint mehr Energie verbraucht.
„Aber Paul macht in dieser Anfahrt auch Fehler, über die wir uns zusammensetzen und sprechen müssen“, sagte Merlier im Gespräch mit Het Nieuwsblad. „Na ja, Fehler ist vielleicht ein großes Wort. Er sprintet sehr gut, aber in der Vorbereitung versucht er, allzu sehr auf Sicherheit zu fahren. Das kann ihn in manchen Rennen den Sieg kosten.“
Paul Magnier auf Etappe 3 des Giro d’Italia 2026
Paul Magnier gewinnt die 3. Etappe des Giro d’Italia 2026
Beim Giro wirkt das bislang nicht wie ein gravierendes Hindernis für den Franzosen. Merlier spricht jedoch aus Erfahrung: Er hat mehrfach Tour-de-France-Etappen gewonnen – ebenso bei anderen Sprinterzielen wie der UAE Tour, der Scheldeprijs und vielen weiteren Rennen.
Magnier misst sich beim Giro mit Fahrern wie Jonathan Milan und Dylan Groenewegen. In Zukunft warten jedoch noch zahlreiche andere Top-Sprinter und ihre Anfahrerzüge, etwa Jasper Philipsen und Matthew Brennan, zudem größere Felder mit mehr Sieganwärtern. Beide teilen bei Quick-Step ihren Rennkalender bislang erfolgreich. Das Team sucht für die Saison 2026 einen dritten Top-Sprinter – Jordi Meeus, Arnaud de Lie und Ben Turner wurden bereits gehandelt, wobei zuvor berichtet wurde, dass am Ende nur Letzterer den Wechsel vollziehen wird.
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