Jonas Vingegaard rollte zur 15. Etappe des Giro im Maglia Rosa ein, nach seiner Machtdemonstration im Aostatal. Am Vorabend sprach er mit
CyclingPro.net und teilte seine Einschätzungen zum Rennverlauf und dem, was in der dritten Woche wartet.
Der Däne betonte die besondere Bedeutung der Gesamtführung, die er nach dem Etappensieg gestern erstmals in seiner Karriere trägt. „Es ist natürlich ein besonderes Gefühl. Es ist sehr schön, heute komplett in Rosa zu sein“, sagte er vor dem Start. Er kündigte an, den Moment zu genießen – begünstigt vom guten Wetter und einem Tag, der zu diesem Zeitpunkt nach etwas mehr Ruhe aussah.
Vingegaard machte jedoch klar, dass das Rennen noch lange nicht entschieden ist. Der Spitzenreiter unterstrich, dass der Giro nach dem Ruhetag in seine entscheidende Phase geht und das härteste Terrain noch bevorsteht. „Die dritte Woche ist hier mit Abstand die schwerste, also ist das Rennen noch längst nicht vorbei“, stellte er fest.
Zudem merkte der Däne an, dass selbst der Ruhetag keine vollständige Entspannung bringt, da bereits am Dienstag eine fordernde Bergetappe ansteht. Von dort folgt eine Abfolge von aufeinanderfolgenden Hochgebirgstagen, besonders in den Dolomiten, die er als ausschlaggebend für den Rennausgang betrachtet.
Jonas Vingegaard gewann die 14. Etappe des Giro d'Italia
Brutales Finale beim Giro
Auf die Frage, welche Etappen ihm am meisten Sorge bereiten, vermied Vingegaard es, einen einzelnen Tag herauszugreifen, und hob die Gesamtschwere des Schlussblocks hervor. „Der Dienstag ist eine sehr harte Etappe, der Tag danach ist auch knifflig, und am Ende der Woche haben wir Freitag und Samstag, die sehr anspruchsvolle Bergetappen werden“, erklärte er.
Nach seiner Gala und dem Sieg in Pila, seinem dritten beim Giro d’Italia, übernahm Vingegaard endlich die Führung von Afonso Eulálio und liegt nun 2:26 vor dem Portugiesen, 2:50 vor Felix Gall und 3:03 vor Thymen Arensman. Dahinter folgen die Red-Bull-Fahrer Jai Hindley und Giulio Pellizzari. Gall, sein stärkster Rivale im Hochgebirge, erklärte bereits nach der gestrigen Etappe, dass er den Fokus auf den Kampf ums Podium legt und davon ausgeht, dass der Sieg in Rom am kommenden Sonntag an den Dänen geht, sofern nichts Außergewöhnliches passiert.