„Die Hälfte des Feldes ist krank“ – Keine Ausreden: Pellizzari kehrt in den Kampf ums Giro-Podium zurück; Arensman verliert Rang an Gall

Radsport
Sonntag, 24 Mai 2026 um 12:30
Collage_ThymenArensmanGiulioPellizzari
Red Bull - BORA - hansgrohe fürchtete einen schwarzen Tag im Aostatal, nachdem beide Kapitäne zu Wochenbeginn erkrankt waren. Doch das deutsche Team nahm positive Nachrichten mit: Giulio Pellizzari fand auf der ersten wirklich schweren Hochgebirgsetappe zu einem guten Niveau zurück – während sowohl er als auch Jai Hindley weiter in Reichweite eines Podiums in Rom liegen.
Der Italiener hatte speziell am kurzen Schlussanstieg nach Corno alle Scale in der Vorwoche gelitten und wichtige Sekunden im Gesamtklassement verloren. Sorgen kamen auf, als er auf Etappe 14 häufig am Ende des Feldes zu sehen war, doch als das Tempo anzog, konnte Pellizzari reagieren. „Ich spüre noch etwas, aber die halbe Gruppe ist krank, da müssen wir gemeinsam durch“, sagte Giulio Pellizzari im Zielinterview.
Mit Afonso Eulálio und Ben O'Connor, die mehrere Minuten einbüßten, können die Red-Bull-Fahrer mit dem Ausgang des Tages zufrieden sein. Sie nahmen zudem ein paar Sekunden Thymen Arensman ab, der im Kampf um Rang drei ihr direktester Gegner zu sein scheint. Dieses Duell dürfte in der Schlusswoche der Rundfahrt richtig Feuer fangen.
Vor Etappe 15 liegt Hindley 53 Sekunden hinter Gall und 40 hinter Arensman. Pellizzari hat 39 Sekunden Rückstand auf den Australier – bislang ein äußerst enges Ringen. Michael Storer, Ben O'Connor, Derek Gee, Davide Piganzoli, Mathys Rondel und Egan Bernal liegen alle innerhalb von rund 2:30 Minuten zu Pellizzari, weshalb Konstanz in der letzten Woche entscheidend sein wird, um keine Plätze zu verlieren.
„Ich bin zufrieden. Es war ein Kampf, aber es lief gut und ich hoffe, es geht weiter bergauf. Nach meinem Gefühl gestern hätte ich nicht gedacht, dass es hier so gut läuft. Heute war es ein Duell mit mir selbst, ich musste einfach fokussiert bleiben. Ich möchte allen danken, die mir beigestanden haben, denn ohne sie wäre ich schon heimgefahren. Aber ich habe mich letzte Nacht nach der Etappe gut erholt. Es ist definitiv noch nicht vorbei, und ich bin froh, dort oben mit Jai Hindley zu sein.“

Thymen Arensman spricht mit den Medien

Ein großer Streitpunkt bei diesem Giro d'Italia war die Zurückhaltung der INEOS Grenadiers im Umgang mit den Medien, was auch den Veranstaltern des Giro d'Italia missfiel. Am Schlussanstieg in Pila am Samstagnachmittag war das anders: Arensman gab nach einem komplizierten Tag auf dem Rad kurz ein Statement ab.
„Es war sicher ein harter Tag, aber für alle gleich. Es war sehr heiß, und Visma | Lease a Bike hat an allen Anstiegen ein schönes Tempo angeschlagen. Also ein schwerer Tag. Ich habe alles gegeben, was ich hatte“, sagte er.
Der Niederländer erwischte keinen schlechten Tag, stand jedoch unter dem hohen Druck der Angriffe von Visma und den Vorstößen von Red Bull - BORA - hansgrohe am Schlussanstieg. Arensman verlor auf direkte Rivalen Zeit, fiel hinter Felix Gall auf Rang vier zurück und sieht sich nun in der Schlusswoche auch direkt von Jai Hindley und Giulio Pellizzari gejagt.
„Das Team hat mir den ganzen Tag über großartig geholfen, mich kühl zu halten. Damit kann ich zufrieden sein. Ich habe alles gegeben — mehr geht nicht“, schloss er.
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