Tour de Suisse 2026 Vorschau, Etappen, Favoriten & Prognosen – Holt sich Tadej Pogačar den Sieg bei seinem letzten Test vor der Tour de France?

Radsport
Montag, 15 Juni 2026 um 16:32
Tadej Pogacar
Die Tour de Suisse 2026 findet vom 17. bis 21.06.2026 statt, eine Sonderausgabe, in der die Rundfahrt von acht auf fünf Tage verkürzt wurde. Tadej Pogačar führt das letzte WorldTour-Rennen vor der Tour de France an, das jedes Jahr mit einem Luxus-Startfeld aufwartet. Wir blicken auf die Strecke und ihre Etappen.
Die Rundfahrt wurde 1933 ins Leben gerufen und erstmals von Max Bulla gewonnen. Namen wie Gino Bartali, Eddy Merckx, Roger De Vlaeminck, Sean Kelly und Lance Armstrong stehen in ihrer fast hundertjährigen Geschichte in der Siegerliste.
Zu den jüngeren Gewinnern zählen Fabian Cancellara, Rui Costa, Egan Bernal, Richard Carapaz, Geraint Thomas, Mattias Skjelmose und Adam Yates. 2025 holte João Almeida den Gesamtsieg nach dominanten Auftritten in den Bergetappen.

Etappen Tour de Suisse 2026 

EtappeStartortZielortDistanz (km)
1 Sondrio Sondrio 144,0
2 Locarno Locarno 157,7
3 Bad Ragaz Bad Ragaz 157,9
4 (EZF) Aarburg Aarburg 23,8
5 Villars-sur-Ollon Villars-sur-Ollon 151,1

Vorschau Tour de Suisse 2026 – Gesamtwertung

Letztlich ist die Tour de Suisse 2026 vor allem eines: ein Rennen, das Tadej Pogačar verlieren kann. Daran besteht kaum Zweifel. Der Weltmeister hat sich in diesem Jahr für die Schweiz als letzte große Vorbereitung auf die Tour de France entschieden – eine nachvollziehbare Wahl, da die Strecke etwas weniger anspruchsvoll ist und auch die Konkurrenz nicht ganz das Niveau anderer WorldTour-Rundfahrten erreicht.
Mit mehreren explosiven Etappen, einem Einzelzeitfahren und einer echten Bergetappe bietet die Rundfahrt dennoch eine abwechslungsreiche Plattform, auf der Pogačar seine Form unter Wettkampfbedingungen testen kann. Bei der Tour de Romandie waren seine W/kg-Werte noch nicht außergewöhnlich, doch inzwischen dürfte er das zusätzliche Gewicht aus der Frühjahrsklassikersaison verloren haben. Entsprechend ist davon auszugehen, dass der Slowene nun deutlich stärker unterwegs ist.
Pogačar muss niemandem mehr etwas beweisen, doch ein Gesamtsieg bei der Tour de Suisse wäre ein weiterer prestigeträchtiger Erfolg in seinem ohnehin beeindruckenden Palmarès. Er geht als klarer Topfavorit ins Rennen und sollte die Königsetappe bereits im Gelben Trikot in Angriff nehmen.
Die größte Konkurrenz für Pogačar kommt vor allem aus zwei Teams. Zum einen von Red Bull - BORA - hansgrohe mit Primož Roglič als Kapitän. Die Tour de Suisse ist eine der wenigen bedeutenden WorldTour-Rundfahrten, die dem Slowenen noch in seinem Palmarès fehlt. Allerdings trifft er in der Schweiz auf einen Gegner, den er womöglich nicht schlagen kann. Im Kampf um das Podium oder zumindest Rang zwei sprechen die ersten Etappen sowie das Zeitfahren klar für Roglič. In den Bergen dürfte er zudem stark genug sein, um sich gegen die meisten Konkurrenten zu behaupten. Unterstützung erhält er dabei vom formstarken Aleksandr Vlasov.
Das zweite Team, das Pogačar herausfordern könnte, ist Bahrain Victorious. Lenny Martinez fährt bislang eine herausragende Saison und zählt derzeit zu den stärksten Kletterern im Peloton. Antonio Tiberi bringt etwas mehr Konstanz mit und kann insbesondere im Zeitfahren wichtige Zeitgewinne erzielen, die ihn zu einem Podiumskandidaten machen. Komplettiert wird das starke Trio durch Giro-Entdeckung Afonso Eulálio.
Darüber hinaus sollten auch Ilan Van Wilder, der Pogačar bei der Zeitfahr-WM des vergangenen Jahres schlagen konnte, sowie das Movistar-Duo Enric Mas und Nairo Quintana eine Rolle im Gesamtklassement spielen. Vor allem Quintana könnte auf einem für ihn passenden Parcours noch einmal an frühere Glanzzeiten anknüpfen.

Van der Poel und Pidcock in ihrem Terrain

Wäre Pogačar nicht am Start, würde die Tour de Suisse 2026 wohl vor allem von den Klassikerspezialisten geprägt werden. Mehrere Etappen erinnern stark an die Ardennenklassiker und bieten Puncheuren ideale Möglichkeiten, sich für die Tour de France in Form zu bringen.
Mathieu van der Poel ist das beste Beispiel dafür. Der Niederländer hat sich bewusst für die Tour de Suisse entschieden, um den letzten Feinschliff für die Tour zu holen. Auf einigen Etappen dürfte er sogar in der Lage sein, Pogačar direkt herauszufordern – ein Duell, auf das sich die Fans besonders freuen dürfen.
Ähnliches gilt für Tom Pidcock. Der Brite blickt auf ein starkes Frühjahr zurück und kann sowohl um Etappensiege als auch um eine gute Platzierung im Gesamtklassement kämpfen. Gleichzeitig zählt er zu den wenigen Fahrern, die auf den hügeligen Etappen mit Pogačar und Van der Poel mithalten können.
Mit Romain Grégoire, Thibau Nys, Mauro Schmid und Axel Laurance stehen zudem einige der explosivsten Fahrer des Pelotons am Start. Sie könnten dem Weltmeister besonders auf den ersten Etappen ernsthafte Probleme bereiten.
jan ullrich 4

Tour-de-Suisse-Quiz

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um in der Rangliste mitzumachen.

Chancen für die Sprinter

Obwohl die Strecke den klassischen Sprintern kaum entgegenkommt, gibt es ein bis zwei Etappen, die für schnelle Fahrer in Frage kommen – vorausgesetzt, sie kommen auch über die Anstiege.
Das Feld der endschnellen Fahrer ist in diesem Jahr deutlich stärker besetzt als zuletzt bei der Tour Auvergne-Rhône-Alpes. Mit Matthew Brennan, Tobias Lund Andresen, Kaden Groves, Magnus Cort Nielsen, Corbin Strong, Michael Matthews, Arnaud De Lie und Alberto Dainese sind zahlreiche Fahrer am Start, die auf anspruchsvollem Terrain um Tagessiege kämpfen können.
Auch das Zeitfahren verspricht Spannung. Fahrer wie Alec Segaert und Rémi Cavagna zählen zu den Spezialisten gegen die Uhr und könnten für Überraschungen sorgen, auch wenn ein echter Weltklasse-Zeitfahrer, der Pogačar klar überlegen wäre, im Starterfeld fehlt.

Prognose Gesamtwertung Tour de Suisse 2026

*** Tadej Pogačar
** Lenny Martinez, Antonio Tiberi, Primož Roglič
* Aleksandr Vlasov, Ilan Van Wilder, Richard Carapaz, Tom Pidcock, Enric Mas, Brandon McNulty
Tipp für den Gesamtsieg: Tadej Pogačar

Profil Etappe 1: Sondrio - Sondrio

Profil Tour De Suisse 2026 Etappe 1
Etappe 1: Sondrio - Sondrio, 142,9 Kilometer
Der Auftakt erfolgt in Sondrio, die komplette Eröffnungsetappe liegt außerhalb der Schweiz. Der Start erfolgt in Italien, und die Fahrer erwartet ein hügeliger Tag, an dem Puncheure und Kletterer erste Abstände herausfahren können.
Die ersten 55 Kilometer sind flach, doch mitten in den Alpen haben die Organisatoren einen Kurs für Puncheure entworfen, mit vielen kurzen, aber giftigen Anstiegen. Gleich der erste misst 2,8 Kilometer bei 10%.
Nach weiteren Anstiegen baut sich das Finale langsam auf. 16 Kilometer vor dem Ziel steht ein Anstieg über 1,4 Kilometer bei 9% an, gefolgt von einer sehr schnellen Abfahrt in eine Zwischensprintwertung.
Ohne echte Verschnaufpause folgt der Schlussanstieg nach Bordighi über 1,1 Kilometer bei 11,5%. Dieser Anstieg wird die Etappe entscheiden und endet 5 Kilometer vor dem Ziel. Der Weg ins Ziel führt größtenteils über eine sehr schnelle, teils technisch anspruchsvolle Abfahrt, bevor die letzten 1,5 Kilometer beim Einfahren in die Zielstadt abflachen.

Profil Etappe 2: Locarno - Locarno

Profil Tour De Suisse 2026 Etappe 2
Etappe 2: Locarno - Locarno, 157,7 Kilometer
Etappe 2 führt durch die italienischsprachige Schweiz, diesmal vollständig auf Schweizer Boden. Leichter wird es dadurch nicht: Wieder ist es ein Tag für Puncheure – oder, mit Tadej Pogacar am Start, schlicht für alle, die um den Sieg fahren können.
Früh wartet ein schwerer Anstieg, im Schnitt 6,3% über mehr als 5 Kilometer, wo sich die Ausreißergruppe formieren dürfte. Danach ist der Tag lange flach und ruhig, bevor ein Schlussblock mit Anstiegen folgt, insgesamt etwas weniger hart als am Vortag.
Zuerst geht es nach Fanghi, 3,5 Kilometer bei 7% – Ende 14 Kilometer vor dem Ziel. Hier könnten die entscheidenden Attacken kommen, denn es ist der längere der beiden Schlussanstiege; die Abfahrt ist kurz, sehr steil und technisch.
Direkt am Fuß beginnt die letzte Rampe nach Orselina, 1,4 Kilometer bei 8,5%. Sie endet 9 Kilometer vor dem Ziel. Eine weitere kurze, aber sehr technische Abfahrt bringt das Feld hinunter ins Zentrum von Locarno, wo die Etappe endet.

Profil Etappe 3: Bad Ragaz - Bad Ragaz

Profil Tour De Suisse 2026 Etappe 3
Etappe 3: Bad Ragaz - Bad Ragaz, 157,6 Kilometer
Etappe 3 ist womöglich die leichteste des Rennens und die einzige mit einer realistischen Sprintchance. Flach ist sie dennoch nicht. Das Profil ist ungewöhnlich: Vom Kilometer 0 an steht ein 2-Kilometer-Anstieg bei 10% an.
Damit wird eine starke Spitzengruppe entstehen. Spätestens am ersten Anstieg der 1. Kategorie, fast 9 Kilometer bei 7%, wird sie sich absetzen. Ein zweiter harter Anstieg mit über 4 Kilometern bei 8% endet 95 Kilometer vor dem Ziel.
Für die Sprinter im Feld verbessert sich die Lage danach. Ein welliges Hochplateau führt die Fahrer zurück auf die Höhe von Bad Ragaz. Die finalen 58 Kilometer sind flach und erlauben eine organisierte Verfolgung.
Das Finale ist nicht technisch, verläuft leicht ansteigend. Ein Massensprint ist hier durchaus möglich.

Profil Etappe 4 (EZF): Aarburg - Aarburg

Profil Tour De Suisse 2026 Etappe 4
Etappe 4 (EZF): Aarburg - Aarburg, 23,6 Kilometer
Das Einzelzeitfahren in Aarburg führt über 23,6 Kilometer und ist nahezu topfeben. Anders als viele Zeitfahren heutzutage steht kein nennenswerter Anstieg im Weg, und die Strecke ist kaum technisch – ideale Bedingungen für Spezialisten.

Profil Etappe 5: Villars-sur-Ollon - Villars-sur-Ollon

Profil Tour De Suisse 2026 Etappe 5
Etappe 5: Villars-sur-Ollon - Villars-sur-Ollon, 151,9 Kilometer
Die Königsetappe und die einzige echte Bergetappe in diesem Jahr. Es gibt mehrere entscheidende Abschnitte fürs Gesamtklassement, doch ungewöhnlich ist: Die einzige Bergetappe wird als Rundkurs gefahren.
Start und Ziel liegen in Villars-sur-Ollon. Direkt zu Beginn geht es erstmals über den Col de la Croix, 3,9 Kilometer bei 8,8%, wo die Gruppe des Tages entstehen dürfte.
Anschließend wird der gesamte Col de la Croix zweimal erklommen. Insgesamt misst der Anstieg 19 Kilometer bei 7% – ein zäher Bergtest, zumal doppelt gefahren. Die Kuppen liegen 93,5 beziehungsweise 42,5 Kilometer vor dem Ziel.
Gut möglich, dass die Hauptangriffe am zweiten langen Anstieg kommen – insbesondere, wenn Pogacar hier im Tour-de-France-Renntempo testet. Danach geht es rund 1300 Höhenmeter hinab, bevor der Schlussanstieg beginnt.
Dieser führt erneut über den Col de la Croix, diesmal jedoch nur bis Villars-sur-Ollon. Die schwerste Passage misst 9,6 Kilometer bei 8%. Insgesamt stehen rund 4500 Höhenmeter auf 151 Kilometern an.
Klatscht 4Besucher 4
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