Netcompany INEOS war außer sich, nachdem ein Fehler am Start
Thymen Arensman im Einzelzeitfahren der 16. Etappe bei der
Tour de France rund 15 Sekunden kostete.
Arensman hätte seinen 26,1-Kilometer-Einsatz in Évian-les-Bains um 16:25 Uhr beginnen sollen, doch der Niederländer befand sich noch im Startbereich, als der Countdown bei null ankam. Schließlich hetzte er auf die Rampe und startete seinen Lauf mehr als 10 Sekunden, nachdem die Uhr bereits lief.
Der Patzer wog umso schwerer, als Arensman im Ziel in Thonon-les-Bains nur fünf Sekunden langsamer war als der provisorische Spitzenreiter Mattia Cattaneo.
Arensman blieb im Zelt, als der Countdown lief
NOS-Kommentator Sebastiaan Timmerman erlebte die Verwirrung am Start aus nächster Nähe. „Arensman blieb einfach im Zelt, während heruntergezählt wurde“, sagte Timmerman in der TV-Übertragung. „Jemand von der ASO lief zu ihm hinüber, während ein Teammitarbeiter mit seinem Rad bereitstand.“
Arensman sprang schließlich aufs Rad und eilte zur Startrampe, schüttelte den Kopf und begann seinen Kampf gegen die Uhr.
Die Verantwortung für die Verzögerung schien eher beim Umfeld des Fahrers zu liegen als allein bei Arensman. „Er sprang plötzlich aufs Rad und fuhr zur Rampe“, führte Timmerman fort. „Der Betreuerstab hat den Ball fallen lassen. Im Mannschaftswagen wurde aus Frust das Armaturenbrett in zwei Hälften geschlagen.“
Teure Verzögerung kostet Arensman den Hot Seat
Trotz des chaotischen Starts fuhr Arensman eine der stärksten Zeiten des Tages. Er lag bereits an der ersten Zeitmessung unter den Schnellsten, obwohl die verlorene Zeit offiziell mitzählte. Über Anstieg und technische Abfahrt kam er Cattaneo immer näher und reduzierte den Rückstand am letzten Zwischenzeitpunkt auf weniger als eine Sekunde.
Cattaneo verteidigte die Führung mit einem starken Finale auf den flacheren Schlusskilometern und blieb fünf Sekunden vorn. Da Arensman rund 15 Sekunden zu spät gestartet war, wäre seine reine Fahrzeit komfortabel schneller gewesen als die provisorische Marke des Italieners. Statt im Hot Seat Platz zu nehmen, blieb ihm nur die Erkenntnis eines womöglich entscheidenden Fehlers, noch bevor das Zeitfahren richtig begonnen hatte.
Das Ergebnis nahm Netcompany INEOS zudem die Chance, nach starken Läufen von Joshua Tarling und Filippo Ganna, die zuvor auf Rang zwei und drei lagen, an die Spitze der Wertung zu rücken.
Für ein Team, das auf Marginal Gains und akribische Vorbereitung baut, war der Anblick, wie ein Fahrer bei der
Tour de France seine Startzeit verpasst, ein besonders schwerwiegender Lapsus. Arensman lieferte auf der Strecke nahezu alles ab, doch die Uhr hatte ihm die Führung bereits genommen.