„Ich würde sagen sechs von zehn“ – Zeitfahrveteran bestreitet seine 12. WM in Folge und kommt vom Vuelta-Etappensieg

Radsport
Sonntag, 20 September 2026 um 13:00
Stefan Kung on his 2026 World Championships recon
Stefan Küng reist zu den Weltmeisterschaften in Montreal für das Zeitfahren der Männer-Elite als einer der Hauptanwärter hinter dem klaren Favoriten Remco Evenepoel. Nach der Streckenbesichtigung am Samstag bewertet der Schweizer den Kurs mit soliden sechs von zehn Punkten.
Als Kraftpaket im Kampf gegen die Uhr hat Küng in seiner Karriere 24 Zeitfahren gewonnen und zweimal eine WM-Medaille geholt. Doch ein Regenbogentrikot auf Elite-Niveau blieb ihm im vergangenen Jahrzehnt verwehrt. Nach der Vuelta a España kommt er mit Rückenwind in das Rennen am Sonntag.
Nach seinem Sieg im Einzelzeitfahren der 18. Etappe der Grand Tour stieg Küng aus dem Rennen aus und ließ das finale Wochenende aus, um rechtzeitig nach Montreal zu reisen. Er hofft, die Welle bis zurück aufs Podium zu reiten.
Evenepoel wird schwer zu schlagen sein, doch bei einem in vielerlei Hinsicht anspruchsvollen Kurs ist es keineswegs in Stein gemeißelt, dass der Belgier bei der Siegerehrung seinen vierten WM-Titel in Serie feiert.
Der 39,2 Kilometer lange Rundkurs weist einen technischen Auftakt und ein technisches Finale auf. Darauf legte der Schweizer bei seiner Analyse den Fokus, statt sich den Klagen anderer Teams anzuschließen, die betonten, dass schlechte Beläge und Schlaglöcher das Rennen gegen die Uhr beeinflussen könnten.
Stefan Küng
Stefan Kung

Küng analysiert den WM-Kurs

Mit 220 Höhenmetern schlängelt sich die Strecke durch Montreal, führt auf den Circuit Gilles Villeneuve und kehrt anschließend für einen ansteigenden Schlussabschnitt in die Stadt zurück. Obwohl das Mittelstück auf hohe Geschwindigkeiten ausgelegt ist, könnten die technischen Passagen Probleme bereiten.
„Manche Abschnitte sind wirklich nicht so schön, vor allem der erste Teil“, sagte Küng zu CyclingProNet.
„Es kann technisch sein, aber dann ist die Straße sehr holprig, daher ist es in manchen Passagen ziemlich knifflig.“
Als schwererer Fahrer als Evenepoel liegt Küng die Charakteristik der Disziplin, wenn längere, flache Abschnitte Tempo und Wattleistung belohnen. Entsprechend betonte er, dass ihm das Mittelstück des Kurses besonders liegt.

Kann Küng im 12. Anlauf in Folge endlich das Regenbogentrikot gewinnen?

„Der Mittelteil ist wirklich schön“, ergänzte er. „Also würde ich sechs von zehn Punkten geben.“
Küng bestreitet am Sonntag zum zwölften Mal in Folge das Zeitfahren der Männer-Elite, stets auf der Jagd nach dem Regenbogentrikot. Sechsmal landete er in den Top Ten, zweimal auf dem Podium.
Am nächsten dran war er 2022, als er um zwei Sekunden an Tobias Foss scheiterte und Silber holte. 2020 wurde er Dritter, als Filippo Ganna seinen ersten WM-Titel gewann.
Er ist allerdings zweifacher Europameister, nach seinen Titeln 2020 und 2021. Doch mit Rivalen wie Evenepoel und Ganna, die die Grenzen der Disziplin verschoben haben, trifft er auf Fahrer, die zu den Größten aller Zeiten zählen werden.
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