UAE Team Emirates - XRG reist mit einem der breitesten Aufgebote der Welt nach Montréal zu den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 und schickt 14 Fahrer nach Kanada, um einer ohnehin bemerkenswerten Saison ein weiteres Regenbogentrikot hinzuzufügen.
Die Emirati stellten ihr WM-Aufgebot am Samstag in den
sozialen Medien vor und wünschten ihren Fahrern vor dem einwöchigen Event in Montréal viel Glück. Unter den Namen sind mehrere Fahrer, die im Straßenrennen der Elite-Männer prägende Rollen einnehmen könnten, während andere im Zeitfahren eigene Ziele verfolgen oder ihre Nationalteams in Helferrollen unterstützen werden.
Isaac del Toro wird naturgemäß viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Der Mexikaner kommt nach seinem Sieg beim
Grand Prix Cycliste de Montréal am vergangenen Sonntag, wo er Frankreichs Paul Seixas im Zweiersprint schlug, zu den Weltmeisterschaften.
Brandon McNulty komplettierte als Dritter das Podium, während Adam Yates die offensiven UAE-Akzente im Finale mitsetzte. Das Ergebnis war eine direkte Vorschau auf das Terrain, das nächste Woche über das Regenbogentrikot entscheiden wird.
Isaac del Toro siegte 2026 beim GP de Montréal vor Seixas
Del Toro reist als einer der zu schlagenden Fahrer an
Del Toros Sieg war der fünfte UAE-Erfolg in Folge in Montréal, nach vorherigen Triumphen von
Tadej Pogacar, Adam Yates und McNulty. Er unterstrich zudem den Vorteil, mehrere Fahrer zu haben, die auf dem anspruchsvollen Parcours am Mount Royal attackieren können.
Das WM-Straßenrennen wird allerdings eine deutlich andere Herausforderung. Das Rennen der Elite-Männer am 27.09. umfasst rund 273 Kilometer mit etwa 3.800 Höhenmetern. Nach einem langen Auftaktabschnitt ab Brossard absolvieren die Fahrer 12 Runden auf dem Mount-Royal-Rundkurs mit dem 1,6 Kilometer langen Anstieg Voie Camillien-Houde bei rund 7,8 Prozent.
Diese Kombination aus Distanz, wiederholtem Klettern und kumulierter Ermüdung macht Del Toro zu einem der naheliegenden Anwärter auf das Regenbogentrikot. Der Mexikaner trifft jedoch auf ein Feld mit Remco Evenepoel, Mathieu van der Poel, Wout van Aert, Tom Pidcock und Seixas, unter anderen. Pogacar, der die letzten beiden WM-Titel im Straßenrennen der Männer gewann, wird sein Trikot nach seinem Saisonende infolge seines Sturzes bei der Vuelta a España nicht verteidigen.
McNulty ist eine weitere besonders interessante UAE-Option. Der US-Amerikaner wurde beim jüngsten Montréal-Testlauf Dritter und gewann das Rennen 2025. Zudem zählt er neben Dänemarks Mikkel Bjerg und Belgiens Rune Herregodts zu den stärksten Teamkandidaten im Einzelzeitfahren.
Ein Aufgebot, verteilt auf mehrere Nationalteams
Die 14 von UAE genannten Elite-Fahrer sind João Almeida, Igor Arrieta, Mikkel Bjerg, Jan Christen, Isaac del Toro, Felix Großschartner, Rune Herregodts, Brandon McNulty, António Morgado, Jhonatan Narváez, Ivo Oliveira, Kevin Vermaerke, Pavel Sivakov und Adam Yates.
Ihre Aufgaben unterscheiden sich je nach Nationalauswahl teils erheblich. Almeida startet nach einer sehr enttäuschenden Saison für Portugal, während Yates gemeinsam mit Tom Pidcock und Oscar Onley Großbritannien anführt. Narváez trägt die Ambitionen Ecuadors, und Del Toro ist Mexikos wichtigste Karte im Straßenrennen der Elite-Männer.
Zum Aufgebot gehören auch Fahrer, die es gewohnt sind, Leader über schweres Terrain zu unterstützen. Großschartner und Sivakov könnten für Österreich beziehungsweise Frankreich tief ins Finale hinein eine Rolle spielen, während Arrieta, Christen, Morgado und Narváez je nach Rennverlauf unterschiedliche Angriffsmöglichkeiten bieten.
Die UAE-Präsenz endet nicht bei den Elite-Männern. Der Social-Media-Beitrag des Teams führt zudem fünf Fahrer für das Straßenrennen der Männer U23 auf: Daan Dijkman, Ugo Fabries, Moritz Mauss, Mateo Ramírez und Enea Sambinello.
Das U23-Straßenrennen wird an einem separaten Tag (25.09.) im Rahmen der Montréal-Titelkämpfe ausgetragen, was UAE auch in der Nachwuchskategorie eine starke Präsenz beschert, wenngleich keiner von ihnen zu den Topfavoriten zählt.