„Ich werde alle Startnummern und alle Trikots verbrennen“: Giulio Pellizzari schlägt nach dem Giro-Desaster ein neues Kapitel auf

Radsport
Dienstag, 02 Juni 2026 um 8:00
Giulio Pellizzari
Giulio Pellizzari malte sich eine Giro d’Italia wie aus dem Märchen aus, doch am Ende zerplatzten die Träume. Als vermeintlicher Hauptgegner von Jonas Vingegaard zur bulgarischen Grande Partenza angereist, holte ihn die Realität beim ersten großen Bergtest ein. Am Blockhaus konnte Pellizzari die Verluste noch in Grenzen halten, doch die folgenden Etappen standen im Zeichen des Leidens. Der junge Italiener rutschte im Klassement ab und beendete die Rundfahrt als Gesamt-21.
Angesichts der harten Stunden auf der 16. Etappe nach Cari ist allein das Erreichen des Ziels ein Erfolg für den ursprünglichen Red Bull - BORA - hansgrohe Kapitän.

Pellizzari beendet den Giro als 21. und will alles abhaken

„Ich bin stolz, hier in Rom angekommen zu sein, vor allem wenn man sieht, wie es mir in den letzten Tagen ging“, sagte Pellizzari nach dem Schlusstag bei Cycling Pro Net.
Der 22-Jährige führte aus, dass es aus diesem Giro wenig mitzunehmen gebe: „Jetzt lasse ich alles los. Ich will keine einzige Erinnerung an diesen Giro behalten“, lachte er. „Ich werde alle Startnummern und alle Trikots verbrennen. Danach denken wir an das nächste Rennen.“
Unmittelbar nach dem Zieleinlauf überwog Erleichterung: „[Ich empfinde] Freude… weil es vorbei ist! Ein Ende eines Martyriums, eines echten Martyriums. Ich glaube, das Schwerste beginnt jetzt: alles Geschehene zu verarbeiten und damit abzuschließen. Aber ich bin froh, dass es vorbei ist. Jetzt beginnen wir mit der Arbeit an der nächsten Aufgabe.“
Pellizzari hat in den vergangenen drei Wochen viel einstecken müssen, doch daran will er in den nächsten Stunden nicht denken. Nach der Schlussetappe wirkte er entschlossen, den bitteren Nachgeschmack buchstäblich und im übertragenen Sinn abzuwaschen. „Mehr kann ich dazu [zum Rennen] nicht sagen, jedenfalls nicht heute Abend!“, schloss er lachend.
Felix Gall, Jonas Vingegaard und Jai Hindley auf dem Schluss­podium des Giro d’Italia 2026 in Rom
Felix Gall, Jonas Vingegaard und Jai Hindley auf dem finalen Podium des Giro d’Italia 2026 in Rom
Red Bull - BORA - hansgrohe rückte dank des zweiten Kapitäns, Ex-Giro-Siegers Jai Hindley, im Klassement wieder nach vorn. Nachdem Pellizzari aus dem Gesamtklassement gefallen war, sprang der Australier in die Bresche und kletterte selbst aufs Schluss­podium. Mit Rang drei komplettiert er seine „Medaillen“-Sammlung beim Giro und fügt zu Gold 2022 und Silber 2020 nun Bronze hinzu.
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Loading