„Ich war komplett durch damit“ – Demi Vollering gibt zu, dass sie nach einem „harten“ Vorjahr ihre fantastische Saison 2026 fast ausgelassen hätte

Radsport
Sonntag, 16 August 2026 um 11:00
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Demi Vollering ist in dieser Saison an die Spitze des Radsports zurückgekehrt, weil sie 2026 kaum Niederlagen kannte. Sie gewann die Tour de France Femmes, den Giro d'Italia Women, Lüttich–Bastogne–Lüttich, La Fleche Wallonne, die Flandern-Rundfahrt und mehr. Und doch stand sie kurz davor, die Saison nach der extremen Belastung des Vorjahres ganz auszulassen.
„Letztes Jahr habe ich einfach alles übertrieben“, sagte Vollering im Gespräch mit The Athletic. „Ab einem gewissen Punkt war ich komplett durch. Ich hatte meinen Körper viel zu weit getrieben, und mental bin ich vielleicht auch etwas über meine Grenzen gegangen. Nach der Tour de France im vergangenen Jahr habe ich sogar darüber nachgedacht, ein Jahr Pause zu machen, weil es mir überhaupt keinen Spaß mehr gemacht hat.“
Vollering legte nach dieser Tour, die sie hinter Pauline Ferrand-Prevot als Zweite beendete, eine Woche Pause ein. „Aber danach merkte ich, dass ich immer noch nicht erholt war. Deshalb haben wir im Team entschieden, die Tour de Romandie auszulassen und mehr Ruhe zu nehmen. Statt Rennen zu fahren, bin ich mit dem Camper in die Berge gefahren.“
„Ich liebe es wirklich, in den Bergen zu sein. Ich habe das Campen schon immer gemocht, weil man so viel Zeit draußen verbringt. Sobald du aufwachst, stehen die Füße im Gras und du bist den ganzen Tag draußen und erkundest die Umgebung. Das finde ich wirklich großartig.“µ
Diese Rückkehr zu ihren Wurzeln war genau das, was die Niederländerin für einen Neustart nach dem enttäuschenden Block brauchte. Sechs Wochen später fuhr sie spürbar befreiter und mit deutlich mehr Leichtigkeit.
„Nach der Camper-Reise bin ich wandern gegangen und war eine Weile wirklich offline. Dann hatte ich wieder Lust aufs Rad. Ich bin einfach ohne Ziele oder Erwartungen gefahren. Ich war frei“, sagte Vollering, die sich nach einem Hoehen-Trainingslager zur Europameisterin krönte.
„Ich wurde Europameisterin und bin mit einem großartigen Gefühl in die Off-Season gegangen. Ich glaube, das hat mich gerettet. Danach stand die Frage, ob ich ein Jahr aussetze, eigentlich nicht mehr im Raum.“
Mit dieser neu gewonnenen Frische stürmte Vollering in die Saison 2026 wie ein Orkan. Ihre Bilanz ist herausragend: In 29 Renntagen holte sie 14 Siege. Das erreicht im Manner-Peloton nur Tadej Pogacar, der 19 Erfolge an 37 Renntagen vorweisen kann.
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