„Ich sollte zurückkehren ... ich hatte Ambitionen“ – Enzo Palenis frustriert: Späte Planänderung vereitelt erwartete Rückkehr zum Giro d’Italia im Vertragsjahr

Radsport
Donnerstag, 16 April 2026 um 17:30
Enzo Paleni
Enzo Palenis geplanter Neustart beim Giro d’Italia ist kurzfristig vom Tisch. Späte interne Umbauten bei Groupama - FDJ United zwingen den Franzosen, seine unmittelbaren Ziele und die Ausrichtung einer Schlüssel-Saison neu zu justieren.
Der 23-Jährige hatte auf einen dritten Start in Folge bei der Italien-Rundfahrt hingearbeitet und die Baskenland-Rundfahrt als Zwischenschritt genutzt. Dieser Weg ist nun versperrt.
„Ich hätte eigentlich zurückkehren sollen, aber es gab Änderungen im Team und ich werde nicht dabei sein“, sagte er im Gespräch mit DirectVelo.
„Ich hatte Ambitionen für den Giro, denn in den vergangenen zwei Jahren war ich nah an Etappensiegen, und ich wollte es diesmal erneut probieren und dort stark auftreten“, ergänzte Paleni, der auf der 5. Etappe des Giro d’Italia 2024 Vierter wurde – sein bislang bestes Grand-Tour-Resultat.

Verpasste Chance nach Beinahe-Durchbrüchen

Palenis Frust speist sich aus mehr als nur der Nicht-Nominierung. In seinen bisherigen Giro-Auftritten hatte er sich eine klare Rolle im Rennen erarbeitet, indem er sich wiederholt in die entscheidenden Gruppen des Tages schob.
Sieben Ausreißversuche über zwei Auflagen unterstrichen seinen Ansatz und wachsenden Einfluss. Ein vierter Platz im Ziel in Becca blieb dabei sein engstes Verpassen des ganz großen Zählers.
Für einen Fahrer, der noch auf den ersten großen Profisieg wartet, bot der Giro eine Bühne, die seinen Stärken entgegenkam. Diese Gelegenheit ist nun passé. „So ist es, es ist eine Teamentscheidung. Ich muss mich auf andere Ziele fokussieren.“

Auslaufender Vertrag verschärft die Lage

Das Timing wiegt schwer. Paleni befindet sich im letzten Jahr seines aktuellen Vertrags, womit 2026 zur richtungsweisenden Saison für seine Zukunft innerhalb der Groupama-Struktur wird.
Inzwischen in seiner vierten WorldTour-Saison und der sechsten im Gesamtgefüge, hat er sich als verlässliche Größe etabliert, ist aber nicht vor Kaderentscheidungen oder langfristiger Unsicherheit gefeit. „Natürlich musst du dich jedes Jahr verbessern, sonst fällst du schnell zurück. Genau das versuche ich – mich von Rennen zu Rennen weiterzuentwickeln.“
Diese Entwicklung kam nicht über plötzliche Durchbrüche, sondern über stetige Schritte. Eine Kurve, die Paleni erkennt, auch wenn er sich an den am schnellsten aufstrebenden Namen des Sports misst.
„Auf diesem Niveau strebst du immer nach mehr und willst zu den Besten gehören, aber du musst dir auch deines aktuellen Niveaus bewusst sein und darin arbeiten. Ich habe Jahr für Jahr eine konstante, stabile Entwicklung ohne die großen Sprünge mancher Fahrer. Ich mache so weiter, und ja, es könnte länger dauern als bei anderen, aber ich sorge dafür, dass ich mich jedes Jahr verbessere – und das passiert. Wir werden sehen, wohin es mich bringt.“
Enzo Paleni auf der 2. Etappe des Tour Down Under 2026
Enzo Paleni während der 2. Etappe des Tour Down Under 2026

Andere Rennen, gleiches Ziel

Ohne den Giro d’Italia richtet Paleni seine Saison in den kommenden Wochen auf ein anderes Programm aus. Die Chancen liegen nun in kleineren Rennen, besonders auf heimischen Straßen.
Diese Rennen haben nicht die Strahlkraft einer Grand Tour, bieten in seiner Situation aber etwas ebenso Wichtiges: Sichtbarkeit, Einfluss auf Rennverläufe und die Möglichkeit, in einem Jahr mit erhöhter Bedeutung jede Leistung als Argument zu nutzen.
Der Weg hat sich verschoben, das Ziel bleibt identisch.
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