Die Tour de France 2025 steht kurz bevor. Kaum jemand kennt das größte Radrennen der Welt besser als Jens Voigt, der 17-malige Tour-Teilnehmer. Im Gespräch mit "The Cycling Dane" auf YouTube teilte der deutsche Ex-Profi seine Einschätzung zur diesjährigen Ausgabe.
Schon bei den Teams sieht Voigt klare Favoriten: "Visma - Lease a Bike und UAE Team Emirates - XRG heben sich deutlich vom Rest des Feldes ab." Beide Mannschaften verfügen über enorme Budgets. "UAE hat wahrscheinlich das größte Budget von allen Teams. Damit können sie nicht nur perfekte Vorbereitungen treffen, sondern auch Top-Fahrer wie Juan Ayuso oder Adam Yates als Helfer verpflichten. Das ist beeindruckende Qualität."
Doch auch Vingegaard sei gut aufgestellt. "Jonas hat ebenfalls ein starkes Team an seiner Seite. Wenn Wout van Aert in Form ist, spielt er auf den flacheren und mittelschweren Etappen eine entscheidende Rolle, um Jonas optimal zu positionieren und vor Stress zu schützen." Van Aerts Vielseitigkeit könnte sogar zum Schlüssel werden. "Er hat auf dem Mont Ventoux bereits gezeigt, dass er auch in den Bergen bestehen kann. Sollte er sein Top-Niveau erreichen, könnte er der entscheidende Faktor für Vingegaards Tour-Sieg sein."
Allerdings sieht Voigt hier auch eine Herausforderung. "Wout ist kein Helfer wie jeder andere. Er gehört zu den fünf Superstars unseres Sports. Natürlich hilft er gern, aber er wird auch eigene Ambitionen haben und mindestens einen Tag für sich beanspruchen wollen. Alle glücklich zu machen, ist nicht einfach."
In der Radsportwelt wird jedoch diskutiert, ob selbst ein starkes Team ausreicht, um Pogacar in dieser Form zu schlagen. "Das ist die Millionen-Dollar-Frage", sagt Voigt lachend. "Tadej zeigt kaum Schwächen. Er macht selten taktische Fehler, stürzt kaum, und wenn doch, steckt er das meist problemlos weg."
Trotzdem glaubt Voigt, dass Visma nicht chancenlos ist. "Man erinnert sich an Vingegaards große Stunde, als er vor zwei Jahren mehrere Minuten auf Pogacar gutmachte und die Tour gewann. Sollte Jonas wieder diese Werte erreichen, kann er gerade im Zeitfahren Boden gutmachen."
Doch eine einfache Lösung gebe es nicht. "Im Grunde läuft es auf rohe Stärke hinaus. Man muss schlicht besser sein. Oder man braucht das Glück, dass Pogacar einen schlechten Tag erwischt oder einen Fehler begeht – etwa im Seitenwind. Mit reiner Taktik wird man ihn kaum schlagen. Es braucht entweder unglaubliche Form oder unglaubliches Glück."
Oliver Ried ist seit Anfang 2025 Redakteur bei Radsportaktuell.de. Er berichtet dort über den professionellen Radsport und begleitet das Geschehen von der WorldTour bis zu wichtigen nationalen und internationalen Rennen. Sein Schwerpunkt liegt auf aktuellen Rennberichten, Einordnungen und Hintergrundtexten, mit denen er sportliche Entwicklungen im Peloton verständlich und präzise erklärt. Bei großen Renntagen arbeitet er zudem mit Live-Formaten, um das Geschehen fortlaufend zu dokumentieren und zeitnah einzuordnen.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er sportlich selbst aktiv und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.