„Ich konnte gerade noch rechtzeitig bremsen, um nicht auf ihn aufzufahren“: Affini sagt, Juan Ayusos Sturz hätte viel schlimmer ausgehen können

Radsport
Donnerstag, 12 März 2026 um 7:00
JuanAyuso
Die vierte Etappe von Paris–Nizza 2026 bot ein seltenes Spektakel. Windstaffeln, Platzregen, Stürze und giftige Wellen verhinderten nach drei relativ ruhigen Tagen jede Ordnung im Gesamtklassement. Dass Jonas Vingegaard ins Gelbe Trikot schlüpfte, überrascht nicht völlig, doch alles andere, was sich heute auf französischen Straßen abspielte, wirkte wie aus einem Sci-Fi-Roman. Für den bis dahin Gesamtführenden Juan Ayuso geriet es zum Horror-Tag.
Abseits seines endlosen Ringens mit der Regenjacke erwischte der Spanier die entscheidende Windkante des Tages, in der sich rund 40 Fahrer auf den exponierten Abschnitten vor dem hügeligen Finale vom Feld lösten. Zum Duell mit Vingegaard um den Etappensieg kam es jedoch nicht, denn ein heftiger Sturz zwang den Lidl-Trek-Kapitän unter schmerzverzerrtem Gesicht zur Aufgabe.
Zu diesem Zeitpunkt fuhr Vismas Edoardo Affini, Teamkollege von Jonas Vingegaard, direkt hinter Ayuso und konnte grob schildern, was dem Spanier widerfahren war: „Ich weiß nicht genau, was passiert ist, aber ich glaube, das Hinterrad ist ihm einfach ein bisschen weggerutscht“, sagte der Italiener gegenüber Cyclingpro.net.
Laut Eurosport Spanien blieb Ayuso ohne Knochenbrüche. Es hätte jedoch deutlich schlimmer ausgehen können, da Affini dicht dahinter fuhr. „Er [Ayuso] ist direkt vor mir gestürzt. Ich bin wirklich froh, dass ich gerade noch rechtzeitig bremsen konnte, um nicht in ihn hineinzufahren. Das wäre schlecht für mich gewesen, aber auch schlecht für ihn. Wenn ein 85-Kilo-Typ mit 70–80 km/h in dich reinkracht, ist das wahrscheinlich nicht angenehm“, so Affini.

Vismas Risiko, das sich auszahlte

Für Visma | Lease a Bike lief es dennoch nicht makellos, denn die Niederländer waren in der Spitze nur mit zwei Fahrern vertreten. Glück im Unglück: Stürze bei Konkurrenten und die Teamoffensive von Red Bull - BORA - hansgrohe, an die sich Vingegaard anhängte, minimierten das Risiko, in dieser großen Gruppe den Schlüsselzug zu verpassen. So lag es am Dänen, die Überzahl der Deutschen um Daniel Martínez zu neutralisieren. Der zweifache Tour-de-France-Sieger löste die Aufgabe souverän.
Affini erklärte zur Etappe: „Ich konnte bei Jonas bleiben, ihn schützen und sicherstellen, dass er von Anfang an vorn war. Leider waren wir nur zu zweit, also mussten wir ein bisschen pokern.“
Jonas Vingegaard gewinnt die 4. Etappe von Paris–Nizza 2026
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