„Ich hoffe, wieder Teil eines Siegerteams zu sein“ – Visma-Talent Pietro Mattio träumt von Paris-Roubaix 2027
Radsport
Pietro Mattio blickt auf ein erfolgreiches erstes Jahr als Profi bei Visma - Lease a Bike zurück. Der 22-jährige Italiener sammelte in seiner Premierensaison auf höchstem Niveau wertvolle Erfahrungen und war unter anderem Teil der Mannschaft, die Wout Van Aert zum Sieg bei Paris-Roubaix verhalf. Auch für 2027 hat Mattio die „Hölle des Nordens“ bereits fest im Blick und hofft darauf, erneut zum Aufgebot des niederländischen Rennstalls zu gehören.
„Ich bin sehr zufrieden mit meinem ersten Jahr als Profi. Es war eine lange Saison, aber ich freue mich darüber, weil ich bereits bei einigen großen Rennen starten konnte“, erklärte Mattio im Gespräch mit In de Leiderstrui. Besonders die Einsätze bei den prestigeträchtigen Frühjahrsklassikern hinterließen beim jungen Italiener einen bleibenden Eindruck.
Pietro Mattio überzeugt als Helfer bei den Frühjahrsklassikern
Visma - Lease a Bike verfolgt seit Jahren große Ambitionen bei den Kopfsteinpflaster-Klassikern. Entsprechend begehrt sind die Startplätze für Monumente wie die Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix. Für einen jungen Profi wie Mattio ist allein die Nominierung für diese Rennen ein bedeutender Vertrauensbeweis. Seine Aufgaben waren dabei klar definiert: Er sollte früh Verantwortung übernehmen, seine Kapitäne bei der Positionierung unterstützen und gefährliche Attacken der Konkurrenz neutralisieren.

Pietro Mattio sammelte in seiner ersten Profisaison bei Visma - Lease a Bike wertvolle Erfahrungen bei den großen Frühjahrsklassikern. Der 22-jährige Italiener hofft, auch 2027 wieder bei Paris-Roubaix am Start zu stehen.
Diesen Anforderungen wurde der Italiener im Frühjahr zuverlässig gerecht und hinterließ damit offenbar auch bei der sportlichen Leitung einen positiven Eindruck. „Das Team hat gesehen, dass ich gute Leistungen bringe, besonders bei den Klassikern. Das war eine großartige Erfahrung. Ich habe so viel gelernt – es fällt schwer, nur eine Sache herauszugreifen“, blickte Mattio auf seine ersten großen Einsätze zurück.
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Dass er sich zunächst in den Dienst der etablierten Kapitäne stellen muss, betrachtet der 22-Jährige als selbstverständlichen Bestandteil seiner Entwicklung. Angesichts der enormen Leistungsdichte in der WorldTour weiß er, dass junge Fahrer ihre Fähigkeiten zunächst in einer klar definierten Rolle unter Beweis stellen müssen, bevor sich möglicherweise eigene Chancen eröffnen.
„Das Niveau in der WorldTour ist so hoch, dass am Ende jeder im Team eine bestimmte Rolle hat. Meine habe ich gefunden: Bei den Klassikern bin ich Helfer. In diesem Bereich kann ich mich weiterentwickeln, und vielleicht kann ich bei einigen kleineren Rennen auch selbst auf ein Ergebnis fahren.“
Von Paris-Roubaix bis zur Renewi Tour: Ein intensives erstes Profijahr
Seinen Einstand in die neue Saison gab Mattio bei der Tour Down Under in Australien. Anschließend stand mit der UAE Tour ein weiteres hochklassiges Etappenrennen auf seinem Programm, ehe die Frühjahrsklassiker folgten. Auch in den anschließenden Monaten absolvierte der Italiener zahlreiche Einsätze bei Eintages- und Etappenrennen. Nach insgesamt 66 Renntagen beendete er seine Saison schließlich bei der Eneco Tour.
Den größten individuellen Erfolg feierte Mattio mit dem Gewinn der Nachwuchswertung bei der Renewi Tour. Der Triumph auf WorldTour-Niveau unterstrich das Potenzial des jungen Italieners, der sich insbesondere bei den Klassikern langfristig etablieren möchte.
Neben den sportlichen Erfahrungen schätzt Mattio auch das persönliche Umfeld bei Visma - Lease a Bike. Besonders die wachsende italienische Fraktion innerhalb der Mannschaft erleichtert ihm den Alltag. „Es ist großartig, dass wir bereits vier Italiener in der Gruppe haben. Das ganze Team hält eng zusammen, aber es ist schön, ein paar italienische Freunde um sich zu haben“, erklärte er scherzhaft. Zu seinen Landsleuten im Team zählen Davide Piganzoli, der innerhalb der Mannschaft zunehmend an Bedeutung gewinnt, sowie Edoardo Affini und Filippo Fiorelli.
Konkrete Einsatzpläne für die Saison 2027 stehen zwar noch nicht fest, doch Mattio hat bereits eine klare Vorstellung davon, bei welchem Rennen er besonders gerne wieder am Start stehen würde. Nach seinen positiven Erfahrungen im Frühjahr träumt er von einer erneuten Teilnahme an Paris-Roubaix – und davon, gemeinsam mit seinen Teamkollegen einen weiteren großen Erfolg zu feiern. „Ich hoffe, wieder bei Paris-Roubaix zu starten und Teil eines Siegerteams zu sein. Warum nicht?“, sagte der Italiener zum Abschluss.

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Für Radsportaktuell.de berichtet er über den professionellen Radsport und begleitet das Geschehen von der WorldTour bis zu wichtigen nationalen und internationalen Rennen. Sein Schwerpunkt liegt auf Vorberichten, Rennzusammenfassungen und Analysen, mit denen er Entwicklungen im Peloton klar einordnet.
Bei seiner Arbeit wird Nic von den Kolleginnen und Kollegen der Schwesterplattform CyclingUpToDate unterstützt, wodurch er regelmäßig direkten Zugang zu Teams, Fahrern und offiziellen Terminen erhält. Er arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus. In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026








