Jasper Philipsen ließ keine Zweifel daran, wer der Hauptakteur der
Renewi Tour ist: Er gewann die Schlussetappe und sicherte sich zugleich den Gesamtsieg. Für den Belgier war es bereits der dritte Etappenerfolg dieser Austragung – ein klares Signal an die Konkurrenz für den Rest der Saison.
Philipsen entstand aus dem Chaos
Es ist fair festzuhalten, dass mehrere Sprintgegner von Philipsen in den vergangenen Tagen in Stürze verwickelt waren, was den Weg frei machte für Philipsens Glanzauftritte in Ardooie, Bilzen-Hoeselt und
heute schließlich in Leuven. In der Gesamtwertung bedeutet das, dass Philipsen vor Jenno Berckmoes und Olav Kooij gewinnt.
„Das Team war auf den Gesamtsieg fokussiert“, würdigte Philipsen die Arbeit seiner
Alpecin-Premier Tech-Teamkollegen. „Alle haben ihr Bestes gegeben und bis zum Limit gefahren. Es ist großartig, dass wir das Rennen kontrollieren und es dann im Sprint vollenden konnten.“
Philipsen verpasste in keiner Etappe die Top 4. Ein positives Signal für den letzten Teil der Saison. „Ich sollte mir die Statistiken irgendwann anschauen, aber das ist sicher eine meiner besseren Wochen auf dem Rad. Das stimmt absolut.“
Geburt eines neuen Gesamtwertungs-Stars?
Es ist bereits Philipsens zweiter Gesamtsieg des Jahres 2026. Im Juni setzte er sich bei einem weiteren belgischen Etappenrennen durch, der Baloise Belgium Tour (2.Pro). Zwar ist er von Natur aus Sprinter, doch seine Vielseitigkeit erlaubt ihm, in ähnlichen Rundfahrten mitzumischen – vielleicht rückt dieser Rennaspekt künftig noch stärker in seinen Fokus.
„Ich hätte nie gedacht, dass ich so etwas wie ein Gesamtwertungsfahrer werde, aber vielleicht sollte ich diese Ambition etwas anpassen. Vielleicht ist eine fünftägige Rundfahrt ohne Zeitfahren genau mein Terrain.“
Für einen Sprinter hält er zwei Gesamtsiege in kurzen Etappenrennen für bemerkenswert. „Es ist etwas Besonderes, meine ersten beiden Rundfahrten direkt in der Gesamtwertung zu gewinnen. Als Sprinter ist das sicherlich nicht einfach.“
Es ist zudem ein wichtiger Erfolg für die Sponsoren des belgischen Teams. „Das hat große Bedeutung, sowohl für die Mannschaft als auch für mich. In dieser Form geht man natürlich mit noch mehr Freude ins nächste Rennen.“
Als Nächstes steht am kommenden Sonntag die Bretagne Classic auf dem Programm. Da Weltmeisterschaft und Europameisterschaft für Philipsen zu schwer sind, gibt es 2026 kein klares Ziel mehr. Philipsen selbst kündigt an, diesen Sieg kurz zu genießen, bevor er mit spürbarer Leichtigkeit den nächsten Aufgaben entgegentrifft.