Edoardo Affini hat ein paar brillante Wochen hinter sich. Nachdem er bei den Europameisterschaften 2024 den Titel im Einzelzeitfahren der Männer gewonnen hat, hat der Italiener am Sonntagnachmittag in Zürich mit einem dritten Platz bei den Weltmeisterschaften nachgelegt.
"Es ist ein tolles Gefühl", sagt der 28-Jährige, der für das Team Visma | Lease a Bike fährt, im Gespräch mit Cycling Pro Net. "Ich habe nicht erwartet, auf dem Podium zu stehen. Um ehrlich zu sein, dachte ich, eine Top-10-Platzierung wäre ein gutes Ergebnis. Ich habe von einer Top-5-Platzierung geträumt. Als ich auf dem heißen Stuhl saß und sah, wie andere die Ziellinie überquerten, fing ich langsam an zu glauben, dass da mehr drin ist."
Als zusätzlichen Bonus für den Italiener teilte sich Affini das letzte Podium mit seinem Landsmann Filippo Ganna, obwohl beide den Sieg dem fehlerfreien Remco Evenepoel überlassen mussten. "Es ist sehr schön, dass ich mir das Podium mit Filippo teilen kann. Ich bin enttäuscht für ihn, denn er war nah dran", schätzt Affini ein. "Es wäre perfekt gewesen, wenn er gewonnen hätte, aber auch das ist sehr schön. Remco hat es einfach sehr gut gemacht."
"In den letzten Tagen ging es darum, sich von der Vuelta und den Europameisterschaften zu erholen", schließt Affini seine Bilanz nach dem Rennen. "Das scheint funktioniert zu haben. Vielleicht ist es eine Option, viel öfter Rennen zu fahren und sich zwischendurch einfach auszuruhen. Aber anstrengender als jetzt kann es nicht werden!"
Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
Radsport ist für mich mehr als Leidenschaft. Er ist ein komplexer Leistungssport, der Kontext, Genauigkeit und Verantwortung verlangt – genau diesen Anspruch vertrete ich in unserer täglichen Berichterstattung.
Le podium du championnat du monde de contre-la-montre 2024 :
🥇Remco Evenepoel - 24 ans - 🇧🇪
🥈Filippo Ganna - 28 ans - 🇮🇹
🥉Edoardo Affini - 28 ans - 🇮🇹
#Zurich2024