„Ich glaube, so schlecht habe ich mich noch nie gefühlt“ – Arnaud de Lie kämpft sich durch das Auftaktwochenende des Giro d’Italia

Radsport
Montag, 11 Mai 2026 um 11:00
Arnaud de Lie
Das Eröffnungswochenende des Giro d’Italia sah eine starke Vorstellung von Lennert van Eetvelt, doch auf der anderen Seite des Spektrums stand der zweite Teamkapitän Arnaud De Lie. Noch immer angeschlagen, quälte sich der belgische Sprinter über die Anstiege der ersten Renntage.
„Ich habe gemerkt, wie es bergab ging. Ich glaube nicht, dass ich mich je so schlecht gefühlt habe“, sagte De Lie nach dem Ende der 3. Etappe. Am Sonntag war er der einzige Fahrer, der am Borovec-Pass zurückfiel, unterstützt von zwei Teamkollegen. Schließlich fand er den Anschluss ans Peloton wieder, doch in den Schlusskilometern fehlte ihm die Kraft für den Sprint und er rollte als 47. über die Ziellinie. Auf Etappe 1 war er nach dem Massensturz innerhalb des letzten Kilometers aus der Entscheidung.
Unterm Strich steht für De Lie nach dem Auftaktwochenende kein Ergebnis. Eine Knöchelverletzung im Januar hatte seinen Frühling bereits verzögert; doch eine beim Lotto Famenne Ardenne Classic eingefangene Krankheit – bei nassen Bedingungen mit Gülle und Traktorspuren auf der Straße – ist der Grund für seine jüngsten Probleme.
Ganz bestätigt ist das jedoch nicht: „Das ist eine Hypothese, aber keine Gewissheit“, erklärte Teamarzt Gerard Ackerl gegenüber Domestique. „Klar ist, dass sie sich eine Gastroenteritis zugezogen haben. Die Erholung davon fordert den Körper enorm.“

Lotto rätselt über Ursachen von De Lies gravierenden Problemen

Mehrere Lotto-Fahrer waren von diesem Rennen, dem Sonntag vor der Grande Partenza, betroffen. Das belgische Team musste Liam Slock deswegen aus dem Aufgebot streichen, während De Lie startete – jedoch weit von seinem Topniveau entfernt. Die Krankheit bremst ihn weiterhin. „Schwer vorherzusagen, weil wir die genaue Ursache nicht kennen. Wir wissen also nicht mit Sicherheit, was den akuten Schub ausgelöst hat.“
De Lie hatte ursprünglich angedeutet, nur in der ersten Giro-Woche zu starten, um sich anschließend für kommende Ziele zu erholen; sein aktueller Zustand stellt seine weitere Teilnahme jedoch infrage. Das Team hofft, dass der Ruhetag am Montag seine Gesundheit verbessert, doch die Zeit ist knapp, um sich rechtzeitig zu erholen und vor einem möglichen Ausstieg noch einen Etappensieg anzupeilen.
„Zudem reagiert jeder Körper anders. Wird Milan [Menten] schneller fit, weil er früher krank wurde? Das können wir nicht sagen. Wir wissen nur, dass es besser wird“, schließt Ackerl. „Die wichtigste Maßnahme war, dass wir sie im selben Zimmer untergebracht haben.“
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