Michael Matthews hat seine Saison 2026 perfekt eröffnet und beim GP Castellón seinen ersten Sieg des Jahres eingefahren. Mit früher Form im Gepäck richtet der australische Routinier den Blick auf die größten Ziele im Kalender, auch wenn er einräumt, dass der Weg dorthin durch die Klasse einiger Fahrer, die dieselben Rennen anvisieren, komplizierter wird.
Im Roadman Cycling Podcast, zitiert von
IDL Pro Cycling, verriet der ehemalige Gewinner des Grünen Trikots der Tour de France, dass er trotz fortgeschrittenem Karriereabschnitt weiterhin Ambitionen hat, das maillot vert zurückzuerobern.
Das Dilemma um das Grüne Trikot
Matthews ist überzeugt, dass die Entwicklung der Tour-de-France-Strecke seinen Stärken entgegenkommt. Da die Organisatoren weniger flache, „reine“ Sprintetappen planen, öffnet sich die Tür für einen vielseitigen Fahrer, der in den Hügeln überlebt und konstant punktet.
„Ich glaube weiterhin, dass ich das Grüne Trikot gewinnen kann“, sagte Matthews selbstbewusst. „Mit weniger reinen Sprints in den vergangenen Jahren bin ich überzeugt, dass ich es in mir habe.“
Der Australier sprach allerdings bemerkenswert offen über die Realität, ein derart prestigeträchtiges Trikot anzupeilen. Der Gewinn der Punktewertung erfordert mehr als individuelle Endschnelligkeit. Nötig ist eine Mannschaft, die über drei Wochen Zwischensprints und Anfahrten kontrolliert – ein Luxus, den Matthews 2026 nicht erwartet.
„Um das Grüne Trikot zu gewinnen, braucht man – wie fürs Gelbe – ein komplettes Team, das diesem Ziel verschrieben ist“, räumte er ein. „Das werde ich dieses Jahr wahrscheinlich nicht bekommen.“
Motivation in der Ära Pogacar und Van der Poel
Abseits der Grand Tours richtet Matthews den Fokus auf das erste Monument des Jahres: Mailand–Sanremo. Ein Rennen, zu dem er eine enge Historie hat, inklusive Platz zwei im Jahr 2024. Die Aufgabe ist in diesem Jahr nahezu unmöglich, denn die Renncharakteristik hat sich durch die offensive Fahrweise von
Tadej Pogacar und
Mathieu van der Poel verändert. Einschüchtern lässt er sich dennoch nicht.
„Ich war schon sehr nah dran, aber mit Pogacar und Van der Poel im Rennen wird es natürlich schwierig. Trotzdem glaube ich daran“, sagte Matthews. „Das treibt mich an, jedes Jahr das Maximum aus mir herauszuholen. Damit ich dieses Jahr gegen diese Jungs konkurrenzfähig bin“, schloss er.