„Ich fühle mich im Radsport nicht wirklich willkommen“ – Jan-Willem van Schip reagiert scharf auf Disqualifikation bei der Tour of Hellas

Radsport
Freitag, 08 Mai 2026 um 14:00
JanWillemVanSchip
Die Tour of Hellas läuft derzeit in Griechenland, doch die Rundfahrt steht aus unerwarteten Gründen im Fokus. Der Niederländer Jan-Willem van Schip wurde einmal mehr wegen seiner extremen Position auf dem Rad disqualifiziert. Der Niederländer machte seinem Ärger unmittelbar danach in den sozialen Medien Luft.
Van Schip ist in solchen Situationen kein Unbekannter, zuletzt wurde er bei der letztjährigen Tour of Holland aus dem Rennen genommen. Es geschah mehrfach, mal wegen seines Lenkers, mal wegen der Sattelstütze. Der Fahrer von Azerion / Villa Valkenburg ist Bahn-Spezialist und mit 1,94 Metern Körpergröße für seine extrem aerodynamischen Sitzpositionen bekannt.
Vor der UCI-Regel zur Mindestlenkerbreite lotete van Schip permanent die Grenzen des Erlaubten im Straßenradsport aus – mit dem Ziel, maximal aerodynamisch zu sein. Seine Fähigkeit, kompakt zu bleiben und zugleich hohe Leistung zu bringen, trug ihm in der Vergangenheit mehrere Siege ein, auch wenn die Straße zuletzt hinter der Bahn an Priorität verlor.
Seine zahlreichen Auseinandersetzungen mit der UCI scheinen ihn jedoch auf eine Art „schwarze Liste“ gebracht zu haben. Als Grund der Disqualifikation wird das Ablegen der Handgelenke auf dem Lenker genannt – eine Praxis, die die UCI aus Sicherheitsgründen untersagt hat, ähnlich wie die berüchtigte Sitzposition auf dem Oberrohr.
„Nicht normal, ich wurde schon wieder disqualifiziert. Das machen alle, und ich halte eigentlich immer fest die Schalthebel. Wie misst man das überhaupt?“, sagte van Schip in einem Instagram-Video kurz nach dem Start der 2. Etappe in Griechenland. Aus seiner Sicht wurde die Entscheidung umso absurder, da er mit demselben Rad wenige Tage zuvor bei einem niederländischen Rennen Zweiter geworden war.

Uneinheitliche Anwendung der UCI-Regeln

„Wie kann es sein, dass ich damit bei der Ronde van Overijssel fahren darf, während alle anderen Fahrer in der Spitzengruppe ihre Arme einfach auf dem Lenker ablegen dürfen – nur ich nicht?“ Die Kritik des Niederländers zielt auf die inkonsistente Anwendung der UCI-Regeln, ein Thema, das seit Jahren die sozialen Medien und das Peloton beschäftigt.
Van Schip wurde nach der ersten Etappe, in der er in der Offensive war, erneut aus dem Rennen genommen und wetterte gegen das, was er als mögliche „Hexenjagd“ empfindet. „Es ist sehr schmerzhaft. Es macht wirklich keinen Spaß. Das Rad ist komplett legal, die Sattelstütze ist in Ordnung, aber sie haben trotzdem einen Weg gefunden, uns reinzureiten. Das tut sehr weh.“
„Ich fühle mich im Radsport nicht wirklich willkommen […] Was für ein Scheißsport“, schloss er.
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