Bislang hat Tadej Pogačars UAE Team Emirates - XRG die
Tour de France 2026 fest im Griff. Abgesehen vom eröffnenden Mannschaftszeitfahren zeigte die Emirati-Equipe keinerlei Schwäche, holte souverän drei Etappen und das Gelbe Trikot.
Unterdessen gab es drei Massensprints und zwei Ausreißererfolge, doch laut Ex-Profi
Jens Voigt ist das Hauptthema Pogačars Attacke am Col du Tourmalet.
Der Slowene griff früh an, eingeleitet von Isaac Del Toro, doch
Jonas Vingegaard blieb über viele Kilometer in Sichtweite, bevor er Pogačar kurz unter dem Gipfel ziehen ließ. Von dort wuchs Pogačars Vorsprung explosionsartig auf über zweieinhalb Minuten an und setzte damit die Takt für das
Gesamtklassement vor dem ersten Ruhetag.
„Das Highlight dieser ersten neun Tage ist gewiss diese spektakuläre Pyrenäen-Etappe über den Tourmalet“, sagte Voigt bei Eurosport. „Die frühe Attacke, die Favoriten jagen sich gegenseitig, alle müssen ihre Karten auf den Tisch legen. Das war definitiv eines der Highlights, einer der interessantesten Momente der bisherigen Tour.“
Es hätte im Sekundenbereich liegen sollen
Voigt ist jedoch weniger begeistert vom aktuellen Kräfteverhältnis an der Spitze. Besonders Jonas Vingegaard erreichte nach seinem überzeugenden Giro‑d’Italia‑Sieg nicht ganz das erhoffte Niveau. Auch sein Team konnte bislang nicht voll stützen, Schlüsselmann Matteo Jorgenson fehlte in Woche eins oft die letzte Präsenz.
„Ich hatte gehofft und fest erwartet, dass Jonas nach diesem großartigen, siegreichen und starken Giro d’Italia auf Augenhöhe mit Tadej ist“, erklärte Voigt.
„Ich hatte nicht erwartet, dass es schon zweieinhalb Minuten sind. Ich dachte, es ginge um Sekunden, oder dass sie gemeinsam attackieren und gemeinsam ankommen. Ich hatte gehofft, es wäre enger beisammen.“
Jonas Vingegaard und Tadej Pogačar bei der Tour de France 2026
Der Fokus rückt von Pogačar ab
So verspricht der Kampf um Rang zwei und vor allem Rang drei mehr Spannung, mit knappen Abständen und vielen hungrigen Anwärtern.
Aktuell liegt Pogačars Teamkollege Isaac Del Toro auf Gesamtrang drei, doch Remco Evenepoel, Juan Ayuso, Paul Seixas, Florian Lipowitz und sogar Lenny Martinez befinden sich innerhalb einer Minute zum jungen Mexikaner.
Zudem darf sich Vingegaard auf Platz zwei nicht zu sicher fühlen, sein Vorsprung auf Del Toro beträgt vor Woche zwei lediglich 45 Sekunden. Bereits die
10. Etappe am Dienstag könnte mit knapp 4.000 Höhenmetern auf dem Weg nach Le Lioran GC‑Akzente setzen.