„Ich dachte, das wäre zu hoch gegriffen“ – Picnic-Jungprofi peilt nach einem Jahr Wettkampfpause sein Tour-de-France-Debüt an

Radsport
Samstag, 04 Juli 2026 um 6:00
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Von Robbe Dhondt haben viele wohl noch nichts gehört, und das hat Gründe. Der Belgier wurde erst vergangenes Jahr bei Team Picnic PostNL Profi, beendete seine Saison jedoch schon im Mai und kehrte erst im April dieses Jahres ins Rennen zurück. Seither überrascht der 22-Jährige angenehm. So sehr, dass er es in die Tour-de-France-Auswahl des geschwächten niederländischen Teams geschafft hat.
„Ich habe in meiner Profikarriere einfach unglaublich viel Pech gehabt“, vertraut Dhondt WielerFlits an. „Durch einen Sturz bei den 4 Jours de Dunkerque im Mai vergangenen Jahres war ich wegen einer Gehirnerschütterung ungefähr eine Saison raus. Bis heute spüre ich das manchmal noch ein wenig.“
Leider war es nicht das erste Mal, dass Dhondt mit einer derartigen Verletzung zu kämpfen hatte: „Bei der Volta d'Aosta vor zwei Jahren bin ich mit dem Kopf in eine Leitplanke geknallt. Wir fuhren mit siebzig Kilometern pro Stunde einen Abstieg hinunter. Wir merkten sofort: ‚Hier stimmt etwas nicht.‘ Ich habe direkt angehalten. Damals dauerte die Rückkehr auch ein paar Monate.“
Anders als nach Aosta gestaltete sich die Erholung von der Dunkerque-Gehirnerschütterung deutlich komplizierter. Warum? „Das Problem in Dunkerque letztes Jahr war, dass ich die komplette folgende Etappe gefahren bin. Ich dachte mir: ‚Ich habe ein bisschen Kopfschmerzen, aber das geht schon. Sonst ist ja nichts gebrochen.‘ Das hat mir wohl das Genick gebrochen. Ich glaube, deshalb hat sich alles so lange hingezogen. Darum konnte ich nie wirklich zeigen, was ich kann.“

Endlich wieder in der Spur

Während sich Dhondt in den Nachwuchsklassen eher als Kletterer profilierte, passt dieses Profil beim 22-jährigen Belgier heute nicht mehr ganz. Allerdings haben die genannten gesundheitlichen Probleme seine Entwicklung über einige Saisons gebremst.
„Unter den Umständen konnte ich nie die Vorbereitung absolvieren, die ein Profi normalerweise hat. Ich war noch nie im Höhentrainingslager. Ich bin noch nie eine Grand Tour gefahren. Das war die größte Rundfahrt, an der ich als Profi teilgenommen habe.“
Seit er im März wieder in der Spur ist, hat Dhondt die Tour de Romandie, die 4 Jours de Dunkerque und die Tour Auvergne-Rhône-Alpes bestritten. Und man kann sagen: Er hat in allen Einsätzen überzeugt und seine Rolle gefunden.

Picnic sucht Erfolg in jeder Form

Team Picnic PostNL erlebt schwere Zeiten, was sich in einigen „etwas überraschenden“ strategischen Entscheidungen niederschlägt – etwa in Dhondts Tour-de-France-Debüt. Selbst für den Belgier kam die Nominierung etwas aus heiterem Himmel.
„Zunächst dachte ich: Das ist eine Nummer zu groß. Das Critérium du Dauphiné ist die größte Rundfahrt, die ich bisher gefahren bin. Davor waren die Dunkerque mit sechs Tagen das längste. Länger habe ich noch nicht bestritten. Ich bin erst 22. Normalerweise würde es später noch Chancen auf die Tour de France geben, aber nun ist es eben schon dieses Jahr so weit.“
Das niederländische Team liegt derzeit am Ende der Top 30 der UCI-Teamrangliste und konkurriert eher mit soliden ProTeams als mit seinen WorldTour-Rivalen. Ein Wunder, das sie bei der Tour de France aus der Misere führt, ist unwahrscheinlich. Aber ein starkes Ergebnis eines unerwarteten Namens wie Dhondt wäre hochwillkommen.
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