Jonas Vingegaard bestreitet die
Tour de France erstmals seit fast einem Jahrzehnt ohne
Grischa Niermann, während
Team Visma | Lease a Bike an der Spitze seines Sportmanagements den Übergang beschleunigt.
Niermann prägte gemeinsam mit Merijn Zeeman die Taktik hinter Vingegaards Siegen 2022 und 2023, wurde nun aber im Vorgriff auf seinen Wechsel zu Lidl-Trek weitgehend in eine Hintergrundrolle versetzt.
Sein Fehlen bei der Tour ist besonders für
Matteo Jorgenson spürbar, der in seinen ersten drei Visma-Jahren fast jedes Rennen an Niermanns Seite bestritten hat.
„Grischa und ich haben in den vergangenen drei Saisons fast jedes Rennen zusammen gemacht“,
sagte Jorgenson zu WielerFlits. „Zu ihm hatte ich den engsten Draht.“
Vingegaard bestreitet die Tour ohne Niermann
Niermann ist seit seinem Karriereende 2012 Teil der Visma-Struktur, als er beim Rabobank Development Team als Sportdirektor einstieg.
2017 rückte er in die WorldTour auf und wurde zu einer der einflussreichsten taktischen Stimmen. Seine Partnerschaft mit Zeeman half, Visma zu dem Team zu formen, das Pogacars Tour-Dominanz brechen konnte.
Die Tour 2022 markierte ihren taktischen Meilenstein. Visma isolierte Pogacar wiederholt, bevor Vingegaard und Primoz Roglic ihn am Col du Granon angriffen. Im Jahr darauf verteidigte der Däne sein Gelb erfolgreich.
Marc Reef führt bei der Tour 2026 Vismas sportliche Leitung, während Niermann weiterhin unter Vertrag steht und aus der Ferne verfügbar ist. „Er arbeitet weiterhin remote mit“, sagte Visma-CEO
Richard Plugge zu WielerFlits. „Er bleibt für Gespräche verfügbar. Er ist auch noch in einige Planungen eingebunden und saß bei anderen Rennen weiterhin im Teamwagen.“
Vingegaard liegt nach Etappe 11 weiterhin Gesamtzweiter, 3:36 Minuten hinter Pogacar, nachdem er auf dem Tourmalet und auf dem Weg nach Le Lioran entscheidende Zeit verlor.
Richard Plugge während der Tour de France 2026
Reef bringt neue Energie zu Visma
Reef wurde intern als Nachfolger Niermanns zum Head of Racing bestimmt und leitete Vismas sportliche Operation bereits beim Giro d’Italia, bevor er auch bei der Tour das Kommando übernahm.
Seine formale Beförderung beginnt am 01.09.2026, die praktische Übergabe wurde jedoch vorgezogen, sobald Niermanns Abgang bekannt wurde.
Jorgenson begrüßt den anderen Ansatz des künftigen Head of Racing. „Marc bringt neue Energie und neue Ideen“, sagte Jorgenson. „Marc ist ein sehr guter Sportdirektor. Ich habe mit ihm bereits Paris–Nizza gewonnen, daran habe ich gute Erinnerungen. Wir bauen unsere Beziehung jetzt auf. Bislang bin ich sehr zufrieden mit ihm.“
Niermann steht bei Visma noch bis zum 01.09.2026 unter Vertrag. Dann wird Reef offiziell Head of Racing und der Deutsche übernimmt seine neue Aufgabe als Chief Sporting Officer bei Lidl-Trek.