Der Giro d’Italia 2026 findet vom 08. bis 31.05. statt. Es ist die erste Grand Tour der Saison, mit 21 Etappen durch viele italienische Ikonenstädte, die mythischen Alpen und zahlreiche tückische Abschnitte – jede Etappe kann den Kletterern die Siegchancen rauben. Wir blicken auf die 20. Etappe, deren Start und Ziel derzeit für 11:50 bzw. 17:20 Uhr CET erwartet werden.
Profil Etappe 20: Germona del Friuli - Piancavallo
Etappe 20: Germona del Friuli - Piancavallo, 200 Kilometer
Die letzte Bergetappe beginnt komplett flach, und ein Tagessieg der Ausreißer ist unwahrscheinlich, denn sobald es bergauf geht, wird sofort ernst. Der Auftakt ist flach und die Etappe daher gut kontrollierbar.
Nach dem Vorbild von 2024 wird der Schlussanstieg zweimal befahren, diesmal hinauf nach Piancavallo – mit Zielankunft am Gipfel.
Der Anstieg ist 14,5 Kilometer lang und weist im Schnitt 7,8% auf – die erste Hälfte ist steiler, als es diese Zahlen vermuten lassen. So oder so ein brutaler Berg, der beim ersten Mal 53 Kilometer vor dem Ziel überquert wird; dazwischen ist es größtenteils flach.
Piancavallo-Anstieg Karte
Die Favoriten
Die Etappe ist fast durchgehend flach und daher leicht zu kontrollieren. Für Visma, die das mehrfach vorgemacht haben, wäre es kaum Aufwand, es erneut zu tun. Jede Mannschaft, die mitarbeitet, kann den Tag entscheidend prägen, während ein Ausreißersieg schwierig bleibt, da es vor den Anstiegen kein Terrain gibt, um Zeit gutzumachen, und dort das Tempo unweigerlich hoch sein wird.
Es läuft im Kern auf einen Schlagabtausch der Klassementfahrer hinaus, aber diesmal mit Raum für Nicht-GC-Kletterer – einige könnten am ersten Anstieg oder darüber hinaus attackieren, weil sie im direkten Duell am Schlussanstieg gegen die Topfahrer wenig Chancen haben.
Jonas Vingegaard ist der Mann, den es zu schlagen gilt, doch man kann argumentieren, dass ihm ein weiterer Etappensieg wenig bedeutet und er diesmal
Davide Piganzoli helfen könnte. Der Italiener ist ein stärkerer Kletterer als
Afonso Eulálio, und der Rückstand von etwas über einer Minute lässt sich an diesem Berg schließen. Das ist möglich, auch wenn offen bleibt, ob Vingegaard dennoch auf den Etappensieg geht oder andere Kletterer ihre Chance bekommen.
Im GC dürfte sich an der Spitze wenig ändern, da Felix Gall und Jai Hindey ihre Positionen gefunden haben, mit denen sie zufrieden sein werden, und es nicht leicht ist, Thymen Arensman noch einmal aufs Podium springen zu sehen. Eher könnte Derek Gee Rang vier angreifen, möglicherweise mit Hilfe von Giulio Ciccone, sofern dieser sich das Bergtrikot bereits am ersten Anstieg sichert.
Eulálios Kampf um das Weiße könnte die Hauptgeschichte des Tages werden, da dies Vismas Priorität sein könnte. Ein Etappensieg außerhalb des Kreises der Top-Kletterer ist äußerst unwahrscheinlich. Mit einer frühen Attacke am ersten Anstieg und falls Vingegaard nicht um den Tagessieg fährt, könnten allerdings Fahrer wie Ciccone, Einer Rubio, Jan Hirt, Giulio Pellizzari oder Gregor Mühlberger um den Sieg kämpfen. Andere Kletterer ebenso – es hängt von der Erholung nach diesem schnellen Rennen und von gewährter Freiheit ab.
Prognose Giro d’Italia 2026 Etappe 20
*** Jonas Vingegaard
** Felix Gall, Jai Hindley
* Giulio Ciccone, Derek Gee, Thymen Arensman, Michael Storer, Einer Rubio, Giulio Pellizzari
Tipp: Giulio Ciccone
Wie: Attacke am ersten Anstieg nach Piancavallo, anschließend der Stärkste der Ausreißer am Schlussberg.