Die Schweizer Mixed-Staffel erlebte bei den Straßenrad-Weltmeisterschaften in Kigali einen bitteren Rückschlag. Ein spätes mechanisches Problem stoppte den Angriff auf Gold und ließ am Ende nur Bronze übrig.
Stefan Küng nahm nach dem Rennen kein Blatt vor den Mund. Gemeinsam mit Jan Christen und Mauro Schmid hatte er das Herren-Trio gebildet, doch entscheidend war für ihn der unglückliche Radwechsel von
Marlen Reusser. „Es war einfach schreckliches Pech“, erklärte Küng. „Marlen wollte dazu keine Zahl nennen, aber ich bin überzeugt, dass uns dort der Titel entglitten ist. Ohne das wären wir Weltmeister.“
Reussers Missgeschick im entscheidenden Moment
Die frischgebackene Zeitfahr-Weltmeisterin war zentral für die Schweizer Aufholjagd. Zusammen mit Noemi Rüegg und Jasmin Liechti machte Reusser binnen 15 Minuten einen Rückstand von 34 Sekunden auf Australien wett – nur um dann vom Defekt gestoppt zu werden. „Mein vorderer Umwerfer hat einfach aufgehört zu funktionieren. Ich konnte nicht mehr schalten“, schilderte Reusser. „Ein Radwechsel kostet Zeit, dazu die Energie fürs Aufholen – natürlich bremst dich das. In Sekunden kann ich es nicht beziffern, aber glücklich waren wir nicht.“
Während Küng das Missgeschick direkt mit dem verpassten Titel verband, zeigte sich Reusser pragmatischer. „Im Moment ist es schwer, die richtigen Entscheidungen zu fällen. Danach kann man analysieren, bessere Lösungen finden, sich ärgern – bla bla bla. Vielleicht war es so, wie es war, vielleicht aber auch nicht.“
Bronze statt Gold
Am Ende reichte es für die Schweiz nur zu Rang drei hinter Frankreich und den siegreichen Australiern. Für ein Land, das die Mixed-Staffel 2022 in Wollongong und 2023 in Glasgow gewonnen hatte, war Bronze ein schwacher Trost.
Reusser und Rüegg erhalten im Straßenrennen am Samstag die nächste Chance, das Blatt zu wenden. Küng dagegen hadert mit dem verpassten Titel: „Man bekommt nicht viele Chancen auf einen Weltmeistertitel, und wir waren heute in der Form dafür. Das ist ein harter Brocken zum Schlucken.“