Furchteinflößender Anstieg prägt die Vuelta – kann Enric Mas standhalten, während Roglič, Gall und Onley vor der Gipfelankunft lauern

Radsport
Samstag, 05 September 2026 um 11:15
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La Pandera kehrt zur Vuelta a España 2026 zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt für Enric Mas’ Rivalen zurück. Der gefürchtete Anstieg in Jaén ist an diesem Samstag, 05.09., als entscheidendes Bergankunft-Ziel der 14. Etappe wieder im Programm.
Es sind 12 Kilometer mit 7 % im Schnitt, mit Rampen bis 18 % – Terrain, auf dem in Minuten Lücken aufgehen und auf dem es nie Platz für halbe Maßnahmen gab.
Wenn es einen Fahrer gibt, der diesen Berg nicht fürchten muss, dann den Kapitän des Movistar Team. Das Rote Trikot der Vuelta a España 2026 weiß genau, was es heißt, sich La Pandera zu stellen. 2022, als Remco Evenepoel das Leadertrikot trug und die Ausgabe im Griff zu haben schien, gehörte der Mallorquiner zu denen, die ihn am stärksten unter Druck setzten.
Vier Jahre später ist das Bild völlig anders. Mas erreicht La Pandera nicht als Jäger, der Zeit gutmachen muss: Er kommt im Roten Trikot und mit einem soliden Polster auf Primož Roglič, Felix Gall und den Rest der Gesamtwertung. Das ändert die Dramaturgie komplett.
Enric Mas bei der Vuelta a España 2026
Enric Mas en la Vuelta a España 2026.

2022 zeigte Mas bereits, dass ihn La Pandera nicht schreckt

Der letzte La-Vuelta-Besuch an diesem Gipfel liefert ein Bild, das man sich vor der Analyse des Samstags vergegenwärtigen sollte. 2022 wurde der GC-Kampf von Evenepoels Kontrolle geprägt. Doch La Pandera war einer der ersten Orte, an denen der Belgier Schwächen zeigte.
Primož Roglič machte das Rennen. Der Slowene übernahm viel Verantwortung und setzte den Führenden unter Druck. Mas hielt das Tempo mit und, obwohl er im Ziel hinter Roglič lag, fügte auch er Evenepoel Schmerzen zu.
Dieser Tag zeigte, dass der Mallorquiner an einem derart brutalen Anstieg auf Augenhöhe fahren kann – und vor allem, dass er sich nicht zufriedengibt, wenn sich eine Chance auf Zeitgewinn bietet.
Der Kontext ist nun ein anderer. Mas trägt Rot, und Roglič zählt zu denen, die die Lücke schließen müssen. La Pandera gebietet Respekt, sollte dem Movistar-Teamkapitän aber keine Angst einjagen. Es ist einer jener Finals, die eine Gesamtwertung in wenigen Kilometern umkrempeln können.
Die 12 Kilometer mit 7 % bringen bereits erhebliche Härte, doch die Passagen bis 18 % machen bestimmte Abschnitte zu echten Selektionspunkten. Hier sprechen die Beine, und ein gleichmäßiger Rhythmus kann wichtiger sein als jede Vorabkalkulation.

Roglič muss entscheiden, ob er angreift

Diesmal lautet die Frage weniger, ob La Pandera Mas wehtun kann, sondern welche Rivalen das Risiko eingehen, es zu versuchen. Roglič kennt den Berg in- und auswendig und war 2022 eine Schlüsselfigur. Will der Slowene seinen Rückstand auf den Leader verkürzen, muss er einen Moment für den Angriff finden.
Gall wiederum ist in der Pflicht, Chancen zu suchen, wenn er der Spitze der Gesamtwertung näherkommen will.
Mas hat hingegen einen klaren strategischen Vorteil: Er muss nicht um jeden Preis Zeit gewinnen. Er kann warten. Er kann reagieren. Er kann die Gegner die Verantwortung tragen lassen. Und er kann auch selbst attackieren, wenn es die Rennsituation erlaubt. Das ist der große Unterschied zu 2022.

Mas kann defensiv fahren oder wieder in die Offensive gehen

Die Erinnerung an jene Etappe zeigt, dass Mas La Pandera keineswegs als Sperrgebiet für sein Profil betrachten muss. 2022 attackierte er und setzte Evenepoel zu. 2026 kommt er als Leader und in deutlich günstigerer Lage. Daher kann der Anstieg von Jaén für den Mallorquiner eher eine Chance als eine Bedrohung sein.
Wenn seine Rivalen das Rennen verhärten, muss er antworten. Öffnet jemand eine Lücke, wird er abwägen müssen, wie viel Risiko sich lohnt. Und wenn die Beine stimmen, wäre es keine Überraschung, Mas seine Führung ausbauen zu sehen.
Darin liegt der Kern: Enric Mas muss nicht mehr beweisen, dass er auf La Pandera Zeit gutmachen kann. Seine Rivalen müssen beweisen, dass sie ihm welche abnehmen können.

Etappensieger an der La Pandera

JahrSieger
2002Roberto Heras
2003Alejandro Valverde
2006Alexandre Vinokourov
2009Damiano Cunego
2017Rafal Majka
2022Richard Carapaz
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