Ohne Tadej Pogacar erhält das WM-Straßenrennen eine völlig neue Dynamik. Es gibt Kletterer und Klassikerspezialisten, die im September das Regenbogentrikot holen können, doch
Remco Evenepoel sieht die leichteren Fahrer im Vorteil.
Das Rennen umfasst 273 Kilometer und 3600 Höhenmeter, im Vergleich zu den
214 Kilometern des GP de Montréal bei nahezu identischem Höhengewinn. Der entscheidende Rundkurs ist derselbe, daher war das Rennen am vergangenen Sonntag der präziseste Formtest vor den Weltmeisterschaften.
Es gibt mehrere kurze Anstiege, doch prägend ist der Mount Royal mit 1,8 Kilometern bei 8 %. Brutal oder lang ist er nicht, aber beim GP de Montréal wurden nur die letzten zwei der 16 Auffahrten voll gefahren. Über weite Strecken wurden die Anstiege konstant angeschlagen, wodurch die Explosivität von Fahrern wie
Mathieu van der Poel und
Wout Van Aert kaum zur Geltung kommt und sogar verpuffen kann.
Remco Evenepoel, Fünfter in Montréal und einer der Topfavoriten für die WM, glaubt klar an einen Vorteil für leichtere Fahrer. „So wie der längere Anstieg gefahren wird, ist es für schwerere Fahrer wirklich schwierig“, sagte er gegenüber
Wielerflits.
Remco Evenepoel betont, dass das Gewicht bei den Weltmeisterschaften in Montréal eine Schlüsselrolle spielt.
Wird das Gewicht bei den Weltmeisterschaften in Montréal entscheidend sein?
Wichtig: Der Olympiasieger zielte nicht speziell auf Klassikerspezialisten, sondern auf das Gewicht der Fahrer, die um die Topresultate kämpfen. Unter den Klassikerspezialisten wirken Tom Pidcock und Ben Healy voll konkurrenzfähig für Gold in zwei Wochen, auch wenn sie keine reinen Kletterer wie Paul Seixas und Isaac del Toro sind.
Zuvor machten jedoch die Kletterer den Unterschied, und das könnte sich wiederholen. Beim GP de Montréal war mit Platz vier nur Quinn Simmons als Fahrer über 70 kg notiert, von ähnlicher Statur wie van der Poel und Van Aert.
Wo stehen Mathieu van der Poel und Wout Van Aert?
„Wenn man sich das Durchschnittsgewicht der Top 10 ansieht, liegt es wahrscheinlich bei 63 oder 65 Kilogramm“, argumentierte Evenepoel. „Das sind keine schweren Fahrer, aber an einem Supertag könnten Jungs wie Wout und Mathieu das überstehen“.
Am Ende hat Van Aert beim GP de Montréal um den Sieg gekämpft, während Mathieu van der Poel mit den Weltmeisterschaften 2024 in Zürich ein passendes Beispiel liefert, bei dem Gewichtsreduktion ein zentraler Baustein seiner Vorbereitung war und er als Dritter zwischen leichteren Klassikerspezialisten und Kletterern landete.