„Fährt Vingegaard dann gar nicht auf Sieg?“ – Kritik an Jonas Vingegaards Taktik bei der Katalonien-Rundfahrt

Radsport
durch Nic Gayer
Donnerstag, 26 März 2026 um 14:00
Jonas Vingegaard_RemcoEvenepoel
Die Katalonien-Rundfahrt 2026 hat die Berge noch nicht erreicht, und trotzdem steht das Rennen bereits in Flammen. An einem völlig unerwarteten Punkt zündete Remco Evenepoel auf der 3. Etappe der Katalonien-Rundfahrt die entscheidende Aktion - Jonas Vingegaard sprang sofort mit. Doch dessen zunächst ausbleibende Führungsarbeit überraschte Renaat Schotte, der die Entscheidungen - oder vielmehr deren Ausbleiben - des Dänen deutlich kritisierte.
Beide setzten sich rund 30 Kilometer vor dem Ziel ab, als das Feld in einer Windkante auseinanderbrach. Vingegaards Fähigkeit, auf der Ebene zu Evenepoel aufzuschließen, beeindruckte, doch über mehrere Kilometer verweigerte er konsequent die Zusammenarbeit.

Unverständnis über Vingegaards Zurückhaltung

In der TV-Übertragung waren Evenepoels wiederholte Gesten in Richtung des Dänen klar zu erkennen, dazu kamen hörbar verärgerte Worte. Für den belgischen Kommentator ist diese Reaktion nachvollziehbar, denn auch er zeigte sich von Vingegaards passiver Haltung gegenüber seinem Rivalen sichtlich überrascht.
„Ehrlich gesagt war ich selbst völlig überrascht und verstehe es immer noch nicht. Offenbar fährt Vingegaard dann nicht auf Sieg?“, fragte Schotte bei Sporza. „Auch nach dem Sturz hat er es nicht getan, obwohl der Etappensieg zum Greifen nahe war. Ich finde das, was gestern passiert ist, ziemlich halluzinatorisch. Diese Taktik ist für mich unverständlich. Ich kann mir da wirklich keinen Reim drauf machen.“

Hätte Vingegaard früher mitarbeiten müssen?

Auf dem Papier kam das Terrain Evenepoel eher entgegen. Dennoch verhinderte Vingegaard bereits, auf der Straße Zeit auf ihn zu verlieren, und gemeinsam setzten sich beide vom Peloton ab - ebenso von Joao Almeida, der sich in einer zweiten Gruppe befand. Für das Gesamtklassement hätte diese Konstellation beiden Fahrern klare Vorteile bringen können.
„Man muss es losgelöst vom Etappensieg betrachten, und dann hatte Vingegaard jedes Interesse, mitzufahren“, argumentierte Schotte. „Diese Führungsarbeit hätte seine Chancen auf den Gesamtsieg nie gefährdet, und vor allem hat er eine Gelegenheit verpasst, gemeinsam mit Evenepoel Sekunden auf die Konkurrenz gutzumachen.“
Der Däne beteiligte sich schließlich doch an der Tempoarbeit, doch Evenepoels Kommentar im Ziel, „die Zusammenarbeit war großartig“, wirkte kurz und deutlich sarkastisch. Zweifel bestehen kaum: Der Belgier beendete den Tag nicht nur wegen seines Sturzes verärgert, sondern auch wegen Vingegaards Verhalten im Finale.
Für den Sporza-Kommentator gibt es dafür keine überzeugende Erklärung, zumal Vingegaard auf der Ebene bekanntlich außergewöhnlich stark fahren kann. „Er hat selbst ein exzellentes Zeitfahren in den Beinen. Erst fährt er nicht mit, dann doch, dann wieder nicht. Ich verstehe es einfach nicht.“
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