Ergebnisse Tour Auvergne-Rhône-Alpes 2026, Etappe 2 – Anthon Charmig setzt seine Attacke am Schlussanstieg perfekt, während die Ausreißergruppe das Peloton erneut düpiert

Radsport
Montag, 08 Juni 2026 um 17:17
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Anthon Charmig gewann die 2. Etappe der Tour Auvergne-Rhône-Alpes 2026 mit einem perfekt getimten späten Angriff aus der Ausreißergruppe, während das Peloton zum zweiten Mal in Folge leer ausging.
Die längste Etappe des Rennens von Saint-Martin-le-Vinoux nach Le Puy-en-Velay war von Beginn an schwer zu kontrollieren. Über 230 Kilometer, vier kategorisierte Anstiege und ein anspruchsvolles Finale boten nach Alex Baudins Ausreißersieg auf Etappe 1 die nächste große Chance für Angreifer.
EF Education - EasyPost trug die Verantwortung, Baudins Führung zu verteidigen, erhielt jedoch nur punktuell Unterstützung aus dem Feld.
So konnte eine starke Ausreißergruppe einen ausreichenden Vorsprung herausfahren, um den Etappensieg unter sich auszumachen, während Clement Braz Afonso zeitweise von vorn Druck auf Gelb ausübte.

Braz Afonso hält EF unter Druck

Nach einem aggressiven Start setzten sich zehn Fahrer ab: Baptiste Veistroffer, Raul Garcia Pierna, Vlad Van Mechelen, Jordan Jegat, Clement Braz Afonso, Anthon Charmig, Alex Diaz, Nadav Raisberg, Benjamin Thomas und Henri-Francois Renard-Haquin.
Schnell rückte Braz Afonso in den Fokus für EF. Der Fahrer von Groupama - FDJ United lag zu Tagesbeginn 5:35 Minuten hinter Baudin, und als der Vorsprung der Gruppe auf über sechs Minuten anwuchs, wurde er zum virtuellen Gesamtführenden.
EF machte weiter Tempo im Peloton, doch die Verfolgung wirkte selten wirklich organisiert. Auf nassen Straßen schrumpfte der Abstand kurzzeitig, öffnete sich dann aber wieder, was der Spitzengruppe im letzten Renndrittel spürbar Zuversicht gab.
Benjamin Thomas punktete an den frühen Anstiegen voll, holte auf den ersten drei kategorisierten Bergen die Maximalpunktzahl und rückte Baudin in der Bergwertung auf die Pelle. Nadav Raisberg sicherte sich später beim Zwischensprint die vollen Zähler vor Jegat und Diaz.
Im Tagesverlauf änderten sich die Bedingungen. Auf warme Frühtemperaturen folgten fallende Werte und Regen an den Anstiegen, was die ohnehin über 230 Kilometer lange Etappe zusätzlich erschwerte.

Charmig sticht am Schlussanstieg zu

Vor dem Finale zerfiel die Ausreißergruppe. Braz Afonso und Veistroffer attackierten von vorn, bevor Braz Afonso seinen Begleiter an der Côte de Baraques abschüttelte und sich kurzzeitig wieder Richtung virtuelles Gelb schob.
Garcia Pierna und Van Mechelen schlossen wenig später auf, dann kehrten auch Charmig, Jegat, Thomas und Renard-Haquin zurück, sodass sich vor dem Schlussanstieg eine siebenköpfige Spitzengruppe bildete.
Rund 14 Kilometer vor dem Ziel setzte in der Spitze das Taktieren ein, und Thomas versuchte kurz zu profitieren. Dieser Vorstoß wurde neutralisiert, doch die nächste Selektion war entscheidend. Charmig, Braz Afonso und Garcia Pierna rissen am letzten Anstieg eine Lücke, während Van Mechelen dahinter um den Anschluss kämpfte.
Gerade als Van Mechelen beinahe wieder herankam, setzte Charmig erneut an. Der Däne überquerte den Gipfel mit knappem Vorsprung vor Garcia Pierna und Braz Afonso und baute diesen auf der Abfahrt nach Le Puy-en-Velay weiter aus.
Dahinter formierte sich die Verfolgung neu, als Van Mechelen, Braz Afonso, Garcia Pierna und Renard-Haquin zusammenfanden. Charmig jedoch fuhr konsequent weiter und vergrößerte seinen Vorsprung auf rund 20 Sekunden, als die Straße Richtung Ziel abfiel.
Alex Baudin auf dem Podium bei der Tour Auvergne-Rhône-Alpes 2026
Alex Baudin auf dem Podium bei der Tour Auvergne-Rhône-Alpes 2026

Baudin behält Gelb, Peloton reagiert zu spät

Hinter der Spitze hatte die Etappe bereits Spuren hinterlassen. Joao Almeida, nach Etappe 1 über 24 Minuten zurück, fiel schon am ersten Anstieg erneut zurück, und auch Dorian Godon tat sich im Peloton schwer, obwohl er auf dem Papier als Etappenkandidat galt.
Ein Schreckmoment für Ben Tulett, der nach einem Platten über die Wiese ausweichen musste, einen Sturz jedoch vermeiden konnte und weiterfuhr. Gorka Sorrarain und Roel Van Sintmaartensdijk gaben die Etappe auf.
Im Finale zog das Peloton zwar an, doch die Ausreißer waren für den Tagessieg außer Reichweite. Maxim Van Gils testete am Schlussanstieg aus der Favoritengruppe die Beine, seine Beschleunigung führte jedoch nicht zu einer größeren Aktion im Klassement.
Für Baudin und EF ging es nun primär darum, den Abstand zu Braz Afonso zu begrenzen und das Gelbe Trikot zu sichern. Der Franzose stand lange unter Druck durch die Ausreißer, doch das späte Zusammenschluss hinter Charmig half, die Führung zu verteidigen.
Vorn hatte Charmig das Finale am klügsten gelesen. Nach einem langen Tag in der Flucht und einer scharfen Attacke über den letzten Anstieg vollendete der Fahrer von Uno-X Mobility seinen Solosieg in Le Puy-en-Velay und holte Etappe 2.
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