Dorian Godon hat
Gran Piemonte 2026 gewonnen und sich nach einem packenden Finale den Sieg beim italienischen Herbstklassiker gesichert. Der Franzose setzte sich im Sprint einer dezimierten Spitzengruppe durch, nachdem die vielversprechende Attacke von Titelverteidiger
Isaac del Toro erst wenige Kilometer vor dem Ziel neutralisiert worden war.
Der Fahrer von Netcompany INEOS verwies in Bra Anthon Charmig und Alberto Bettiol auf die Plätze zwei und drei. Lukas Nerurkar und Quinten Hermans komplettierten die Top fünf eines Rennens, in dem die Verfolger den Anschluss an die Spitze zwischenzeitlich beinahe verloren hätten.
Isaac del Toro sorgt mit explosiver Attacke für Hochspannung
Für die entscheidende Rennsituation hatte zunächst Isaac del Toro gesorgt. Der Mexikaner lancierte am letzten Anstieg nach La Morra rund 18 Kilometer vor dem Ziel die gefährlichste Attacke des Tages. Nachdem UAE Team Emirates - XRG das Geschehen über weite Strecken kontrolliert hatte, verschärfte der Titelverteidiger das Tempo und setzte sich vom Feld ab. Einzig Finn Fisher-Black konnte zunächst folgen. Bei einer weiteren Beschleunigung verlor er kurzzeitig den Anschluss, kämpfte sich jedoch noch einmal an Del Toros Hinterrad zurück.
Isaac del Toro setzte mit seiner explosiven Attacke am Anstieg nach La Morra das entscheidende Ausrufezeichen bei Gran Piemonte 2026. Doch der Titelverteidiger wurde kurz vor dem Ziel eingeholt und verpasste die erfolgreiche Titelverteidigung.
Das Duo erarbeitete sich einen Vorsprung von rund 30 Sekunden, den es mit auf die letzten zehn Kilometer nahm. Damit gerieten die Verfolger zunehmend unter Zugzwang. Vor allem Team Jayco AlUla und NSN Cycling Team stellten Fahrer für die Nachführarbeit ab, um den drohenden Erfolg der beiden Angreifer noch zu verhindern.
Del Toros Attacke setzt die Favoriten unter Druck
Auch nach der Abfahrt von La Morra behaupteten Del Toro und Fisher-Black zunächst ihre Führung. Auf dem Weg nach Bra schmolz ihr Vorsprung jedoch kontinuierlich dahin. Kurz vor Beginn des letzten Kilometers war die Flucht schließlich beendet. Damit platzte auch Del Toros Traum, als erster Fahrer seit Philippe Gilbert im Jahr 2010 Gran Piemonte bei zwei aufeinanderfolgenden Austragungen zu gewinnen.
Nach dem Zusammenschluss fiel der Mexikaner zurück und konnte in die Entscheidung nicht mehr eingreifen. Der Kampf um den Tagessieg war damit wieder eröffnet – und die endschnelleren Fahrer erhielten ihre Chance.
Ein Sturz im Peloton brachte in der hektischen Schlussphase zusätzliche Unruhe. Godon hatte sich jedoch rechtzeitig in der entscheidenden Spitzengruppe positioniert und war zur Stelle, als der Sprint eröffnet wurde. Der Franzose setzte sich gegen Charmig durch, der zeitgleich als Zweiter gewertet wurde. Bettiol sicherte sich den dritten Platz.
Nerurkar überquerte die Ziellinie zwei Sekunden später als Vierter, gefolgt von Hermans, Fred Wright, Afonso Eulalio und Michael Matthews. Jhonatan Narvaez sorgte als Neunter immerhin noch für eine Top-Ten-Platzierung von UAE Team Emirates - XRG. Pau Marti komplettierte die ersten zehn Fahrer.
UAE-Kontrolle weicht einem offenen Finale
Zuvor hatte eine neunköpfige Ausreißergruppe das Renngeschehen über weite Strecken geprägt. Davide Ballerini, Valentin Ferron, Santiago Umba, Brieuc Rolland, Manuele Tarozzi, Alex Diaz, German Dario Gomez, Luc Wirtgen und Aless De Bock hatten sich nach einem offensiven Auftakt vom Peloton abgesetzt.
Die Gruppe behauptete sich lange an der Spitze und hielt ihren Vorsprung auch im hügeligen Mittelteil des Rennens. UAE Team Emirates - XRG kontrollierte jedoch den Abstand und erhielt dabei zeitweise Unterstützung von Bahrain - Victorious und Team Jayco AlUla. So blieb der Rückstand des Hauptfeldes stets in einem kontrollierbaren Bereich.
Auf dem Schlussrundkurs begann die Fluchtgruppe allmählich auseinanderzufallen. De Bock musste als Erster abreißen lassen und wurde eingeholt. Wenig später ereilte Wirtgen, Ballerini und Gomez dasselbe Schicksal. Auch Rolland, Ferron und Umba wurden vom näher rückenden Peloton gestellt.
Vor dem letzten Anstieg nach La Morra erhöhte UAE Team Emirates - XRG schließlich noch einmal entschlossen das Tempo. Als mehrere Attacken das Hauptfeld auseinanderzogen, verschärfte Jhonatan Narvaez die Geschwindigkeit und bereitete damit den entscheidenden Vorstoß seines Teamkollegen vor. Del Toro nutzte die Situation für seine Attacke, aus der sich wenig später die zweiköpfige Flucht mit Fisher-Black entwickelte.
Doch der Widerstand der beiden Angreifer wurde noch vor dem entscheidenden Sprint gebrochen. Godon nutzte die späte Selektion zu seinen Gunsten, behauptete sich im Kampf um den Tagessieg und krönte seine starke Vorstellung mit seinem siebten Saisonsieg 2026.