Alessandro Covi hat beim
Giro del Veneto 2026 für einen spektakulären Schlusspunkt gesorgt und UAE Team Emirates - XRG einen sicher geglaubten Erfolg noch aus den Händen gerissen. Der Italiener von
Team Jayco AlUla profitierte auf den letzten Metern von der Tempoarbeit Brandon McNultys, der den Sprint für seinen Teamkollegen Benoit Cosnefroy vorbereitete. Doch Covi nutzte den Anfahrerzug des gegnerischen Teams geschickt aus, setzte zu einem langen Bergaufsprint an und ließ sich bis zur Ziellinie nicht mehr einholen.
Bei einer der letzten Gelegenheiten auf einen Sieg in der italienischen Radsportsaison war ein hochkarätig besetztes Fahrerfeld angetreten. Die 167 Kilometer lange Strecke führte von Verona nach Vicenza und hielt vor allem im Finale einige Schwierigkeiten bereit. Auf einem anspruchsvollen Rundkurs mussten die Profis insgesamt fünfmal den Anstieg zum Monte Berico bewältigen, der das Rennen zunehmend zu einem Ausscheidungskampf machte.
Acht italienische Ausreißer prägen die Anfangsphase
Zunächst bestimmte eine achtköpfige Fluchtgruppe das Renngeschehen. Die Angreifer schlugen früh ein hohes Tempo an und versuchten, sich einen möglichst großen Vorsprung zu erarbeiten. Als das Rennen knapp 60 Kilometer vor dem Ziel deutlich an Intensität gewann, verschärfte allerdings auch das Hauptfeld die Verfolgung. Der Vorsprung schmolz zunehmend, während die Ausreißergruppe unter dem steigenden Druck bereits vor dem eigentlichen Finale auseinanderbrach.
Formiert hatte sich die ausschließlich aus italienischen Fahrern bestehende Spitzengruppe rund 30 Kilometer
nach dem Start. Giacomo Garaviglia, Francesco Carollo, Tammaso Nencini, Kevin Pezzo Rosola, Leonardo Volpato, Thomas Rossetti, Andrea Scarso und Riccardo Lorello hatten sich gemeinsam aus dem Peloton gelöst und zunächst erfolgreich vom Hauptfeld abgesetzt.
Doch das anhaltend hohe Tempo forderte seinen Tribut. Während sich das Peloton im weiteren Rennverlauf mehrfach teilte, wurde auch an der Spitze immer deutlicher, dass nicht alle Ausreißer mithalten konnten. Nach mehreren Tempoverschärfungen musste zunächst Scarso abreißen lassen. Wenig später verloren auch Pezzo Rosola und Nencini den Anschluss, sodass nur noch fünf Fahrer an der Spitze verblieben.
Flucht beendet – doch die nächsten Attacken lassen nicht lange auf sich warten
50 Kilometer vor dem Ziel betrug der Vorsprung der verbliebenen fünf Ausreißer nur noch wenige Sekunden. Fünf Kilometer später, 45 Kilometer vor dem Ziel und drei Runden vor Schluss, war die Flucht endgültig beendet. Eine Beruhigung des Renngeschehens bedeutete das allerdings keineswegs. Vielmehr begann nun eine Phase, in der sich die Angriffe aus dem Hauptfeld häuften.
38 Kilometer vor dem Ziel versuchte Andrea Pietrobon sein Glück mit einer Soloattacke. Der Italiener konnte sich zwar einen kleinen Vorsprung erarbeiten, doch bereits acht Kilometer später wurde auch er wieder vom Peloton eingeholt. Besonders aufmerksam präsentierte sich in dieser Phase UAE Team Emirates - XRG, das mit Pavel Sivakov und Antonio Morgado regelmäßig an der Spitze des Feldes vertreten war.
Als die Fahrer zum vorletzten Mal die Ziellinie passierten, ergriff Brandon McNulty die Initiative. Der US-Amerikaner setzte sich mit einer Attacke ab und konnte einige namhafte Konkurrenten mitziehen. Unter anderem schafften Fabio Christen, Marc Hirschi, Christian Scaroni und Jonas Abrahamsen den Anschluss an die neue Spitzengruppe.
Allerdings nahm McNulty wenig später das Tempo heraus, offenbar weil die Verfolger weiterhin unmittelbar hinter den Angreifern lagen. Hirschi und Christen nutzten diesen Moment und setzten mit einem Konter nach. Das Duo konnte sich um mehr als zehn Sekunden absetzen, während sich die Verfolger dahinter neu organisieren mussten. McNulty übernahm erneut die Nachführarbeit und versuchte, die entstandene Lücke zu schließen.
McNulty bereitet den Sprint vor – doch Covi durchkreuzt den UAE-Plan
Gut acht Kilometer vor dem Ziel unternahm Scaroni einen weiteren Versuch, den Rückstand auf das Führungsduo zu verkürzen. Seine Bemühungen blieben jedoch erfolglos. Stattdessen führte McNulty das verbliebene Hauptfeld wieder an die beiden Ausreißer heran. Fünf Kilometer vor dem Ziel war das Rennen erneut geschlossen. Der US-Amerikaner kontrollierte weiterhin das Tempo und schien nun alles auf einen Erfolg seines Teamkollegen Benoit Cosnefroy auszurichten, der sich nach wie vor in der Spitzengruppe befand.
Rund 40 Fahrer waren zu diesem Zeitpunkt noch im Rennen um den Tagessieg. Ihre volle Aufmerksamkeit galt dem abschließenden, 600 Meter langen Anstieg, an dem die Entscheidung fallen sollte. Angesichts der anspruchsvollen Zielankunft zeichnete sich ein taktisch geprägtes Finale ab, in dem zahlreiche Favoriten noch auf ihre Chance hofften.
Auf dem letzten Kilometer übernahm McNulty endgültig das Kommando und verschärfte an der Spitze das Tempo. Direkt an seinem Hinterrad lauerte Cosnefroy auf den entscheidenden Moment. Doch als die Straße steiler wurde, durchkreuzte Alessandro Covi den Plan der UAE-Mannschaft. Der Italiener zog mit einer kraftvollen Beschleunigung vorbei, setzte sich entscheidend ab und hielt seine Verfolger mit einem langen Bergaufsprint auf Distanz. An der Ziellinie durfte der Fahrer von Team Jayco AlUla schließlich jubelnd die Arme in die Höhe reißen.
Hinter dem überlegenen Sieger sicherte sich Anton Charmig von Uno-X Mobility den zweiten Platz. Für UAE Team Emirates - XRG blieb dagegen nur die Enttäuschung über einen verpassten Erfolg: Benoit Cosnefroy musste sich trotz der aufwendigen Vorarbeit seines Teamkollegen mit Rang drei zufriedengeben und komplettierte das Podium.
Ergebnisse Giro del Veneto 2026
| 1 | COVI Alessandro | Team Jayco AlUla |
| 2 | CHARMIG Anthon | Uno-X Mobility |
| 3 | COSNEFROY Benoît | UAE Team Emirates - XRG |
| 4 | CHRISTEN Fabio | Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team |
| 5 | SCARONI Christian | XDS Astana Team |
| 6 | FANCELLU Alessandro | MBH Bank CSB Telecom Fort |
| 7 | ADRIÀ Roger | Movistar Team |
| 8 | IZQUIERDO Clément | Cofidis |
| 9 | CRESCIOLI Ludovico | Team Polti VisitMalta |
| 10 | VELASCO Simone | XDS Astana Team |