Ergebnisse Chrono des Nations 2026: Remco Evenepoel überrundet den Zweitplatzierten Jay Vine und beendet seine Saison mit einem dominanten Sieg

Radsport
durch Nic Gayer
Remco Evenepoel, Favorit bei der WM
Remco Evenepoel hat seine Saison 2026 mit einer beeindruckenden Machtdemonstration beendet. Der Zeitfahrweltmeister gewann erstmals die Elite-Kategorie des Chrono des Nations und ließ seinen Konkurrenten auf dem anspruchsvollen Kurs rund um Les Herbiers nicht den Hauch einer Chance. Besonders eindrucksvoll: Der Belgier holte unterwegs sogar Jay Vine ein, der das Rennen schließlich auf dem zweiten Platz beendete.
Für die 45,43 Kilometer benötigte der Profi von Red Bull - BORA - hansgrohe lediglich 49:53,68 Minuten und erreichte damit eine Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 54,6 km/h. Mit seinem 14. Saisonsieg setzte Evenepoel einen glänzenden Schlusspunkt unter sein Rennjahr. Vine musste sich mit 2:11 Minuten Rückstand geschlagen geben, während der dreimalige Chrono-des-Nations-Sieger Stefan Küng mit einem Rückstand von 2:27,8 Minuten den dritten Podiumsplatz belegte.

Evenepoel fährt Konkurrenz schon auf den ersten Kilometern davon

Bereits unmittelbar nach dem Start machte Evenepoel deutlich, dass er bei seinem letzten Renneinsatz des Jahres keine Zweifel am Ausgang aufkommen lassen wollte. An der ersten Zwischenzeit nach 10,5 Kilometern hatte er Küng bereits 27 Sekunden abgenommen. Rémi Cavagna lag weitere vier Sekunden hinter dem Schweizer zurück. Jay Vine ließ es auf dem ersten Streckenabschnitt zunächst etwas vorsichtiger angehen und passierte den Messpunkt mit der viertbesten Zwischenzeit.
Im weiteren Rennverlauf baute Evenepoel seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Nach 34 Kilometern betrug sein Polster auf Küng bereits 1:47 Minuten, während Vine zu diesem Zeitpunkt sogar 1:55 Minuten zurücklag. Wenig später folgte der wohl eindrucksvollste Moment seiner Vorstellung: Evenepoel überholte den Australier auf der Strecke, obwohl dieser zwei Minuten vor ihm gestartet war.
Hinter dem überlegenen Sieger entwickelte sich unterdessen ein engerer Kampf um die verbleibenden Podiumsplätze. Vine zeigte auf dem letzten Streckenabschnitt die stärkere Leistung und machte den Rückstand von acht Sekunden, den er am zweiten Messpunkt noch auf Küng gehabt hatte, wett. Damit sicherte sich der Australier zum dritten Mal in Folge den zweiten Platz beim Chrono des Nations. Küng rettete seinerseits einen Vorsprung von knapp sechs Sekunden auf Maxime Decomble ins Ziel und verhinderte damit, dass ein weiterer französischer Fahrer auf dem Podium landete.
Hinter den vier Erstplatzierten belegte Mikkel Bjerg den fünften Rang und verwies Cavagna auf Platz sechs. Der belgische Zeitfahrmeister Alec Segaert kam mit 3:36,7 Minuten Rückstand auf Evenepoel als Achter ins Ziel. Für den Weltmeister schloss sich mit diesem Erfolg zugleich ein Kreis: Bereits 2018 hatte er den Chrono des Nations in der Juniorenklasse gewonnen. Bei seinen späteren Elite-Teilnahmen war er 2021 Fünfter geworden und hatte 2023 hinter Josh Tarling den zweiten Platz belegt. Nun gelang ihm erstmals der Sprung auf die oberste Stufe des Podiums.

Maeva Squiban feiert Heimsieg beim Chrono des Nations der Frauen

Auch im Frauenrennen durfte sich das französische Publikum über einen Heimsieg freuen. Maeva Squiban setzte sich auf dem 27,23 Kilometer langen Zeitfahrkurs rund um Les Herbiers durch und sicherte sich den Sieg beim Chrono des Nations 2026. Die Französin verwies die Kanadierin Nadia Gontova mit einem Vorsprung von 24 Sekunden auf den zweiten Platz.
Squiban bestätigte damit ihre starke Entwicklung, nachdem ihr bereits im Vorjahr bei der Tour de France Femmes der sportliche Durchbruch gelungen war. Mit Juliette Berthet auf Rang drei standen gleich zwei Französinnen auf dem Podium. Die Belgierin Lotte Claes beendete das Rennen auf dem siebten Platz. Squiban tritt als Siegerin die Nachfolge von Ellen van Dijk an, die den Chrono des Nations 2025 gewonnen und dabei das letzte Zeitfahren ihrer Karriere bestritten hatte.
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