Wout Van Aert hat die
Dänemark-Rundfahrt 2026 souverän für sich entschieden. Der Belgier sicherte sich den Gesamtsieg, während Rasmus Søjberg Pedersen eine chaotische Schlussetappe nach Rødovre für sich entschied.
Der Däne bescherte der dänischen Nationalmannschaft den Tagessieg und setzte sich nach einem von einem Massensturz überschatteten Finale mit 13 Sekunden Vorsprung vor Max Walscheid durch. Tom Crabbe belegte Rang drei, Giovanni Lonardi und Riley Sheehan komplettierten die Top fünf.
Riesige Fluchtgruppe sorgt für Spannung auf der Schlussetappe
Van Aert erreichte das Ziel als Elfter und brachte damit seinen Gesamterfolg ungefährdet ins Ziel. Mit einem Vorsprung von 21 Sekunden auf Lukas Kubis war der Kapitän von
Visma - Lease a Bike in den letzten Renntag gestartet und ließ sich den Gesamtsieg nicht mehr nehmen.
Der Belgier hatte zuvor die ersten drei Etappen der Rundfahrt gewonnen, ehe Storm Ingebrigtsen seine Erfolgsserie mit einem Solosieg in Faaborg beendete. An Van Aerts komfortabler Ausgangslage änderte das jedoch nichts – auf der Schlussetappe in Rødovre verwaltete er seinen Vorsprung souverän bis ins Ziel.
Die finale Etappe begann mit einer langen Serie von Angriffen, da zahlreiche Teams versuchten, einen Fahrer in die entscheidende Ausreißergruppe zu bringen. 114 Kilometer vor dem Ziel sprang Christophe Laporte in eine vielversprechende Attacke und setzte damit den dritten Gesamtrang von Henrik Breiner Pedersen unmittelbar unter Druck. Uno-X Mobility reagierte umgehend, schloss die Lücke und vereitelte den Vorstoß, ehe die Angriffswellen weitergingen.
Auch Jensen Plowright versuchte mehrfach, sich vom Feld abzusetzen. Einen seiner Vorstöße konterte Van Aert persönlich. Schließlich formierte sich eine 21-köpfige Spitzengruppe, in der nahezu alle großen Mannschaften vertreten waren. Niklas Larsen war als Gesamtneunter der bestplatzierte Fahrer der Flucht, lag jedoch bereits 2:27 Minuten hinter Van Aert. Das Gelbe Trikot geriet dadurch nie ernsthaft in Gefahr, während sich der Kampf um die weiteren Podestplätze zuspitzte.
Visma - Lease a Bike und Uno-X Mobility kontrollierten den Abstand über weite Strecken bei rund einer Minute. Ashlin Barry verschaffte Visma - Lease a Bike zunächst eine zusätzliche taktische Option in der Spitzengruppe, fiel nach einem Defekt jedoch wieder ins Peloton zurück.
Zwischenzeitlich reduzierte Uno-X Mobility das Tempo in der Nachführarbeit, um zu verhindern, dass Christophe Laporte unterwegs Bonussekunden sammelte. In den letzten 13 Kilometern nahm die Mannschaft die Verfolgung jedoch wieder konsequent auf, da nun auch der Etappensieg ins Visier rückte.
Massensturz entscheidet den Schlusssprint
Als die Zusammenarbeit in der Spitzengruppe zunehmend nachließ und der Vorsprung kontinuierlich schrumpfte, bündelten NSN Cycling Team, Lucky Sport, Uno-X Mobility und Visma - Lease a Bike ihre Kräfte an der Spitze des Feldes.
Mads Landbo eröffnete die entscheidenden Attacken aus der Fluchtgruppe, ehe sich Mads Andersen als Solist absetzen konnte. Kurz darauf schloss Matias Malmberg zu ihm auf, später stieß auch Andreas Stokbro zur Spitzengruppe. Vier Kilometer vor dem Ziel war jedoch auch dieser letzte Widerstand gebrochen, als Uno-X Mobility das Trio stellte und den Massensprint vorbereitete.
In den Schlusskilometern übernahmen Alpecin-Premier Tech, die dänische Nationalmannschaft, Lidl-Trek und Unibet Rose Rockets die Kontrolle an der Spitze des Feldes. Rasmus Søjberg Pedersen befand sich in idealer Position, als das Peloton die letzte Kurve 1,1 Kilometer vor dem Ziel passierte.
Kurz darauf kam es jedoch zu einem folgenschweren Massensturz, der das Feld auseinander riss und Søjberg Pedersen den Weg zum Etappensieg ebnete. Max Walscheid gewann den Sprint der verbliebenen Verfolger vor Tom Crabbe, während Van Aert ohne Risiko hinter der Spitze das Ziel erreichte und seinen Gesamtsieg absicherte.
Für Van Aert endet die Dänemark-Rundfahrt damit als perfektes Comeback-Rennen: Drei Etappensiege und der Gesamttitel unterstreichen eindrucksvoll seine Rückkehr zur Topform.