Jonathan Milan stürmte auf der 2. Etappe der
AlUla Tour zum Sieg und vollendete für
LIDL-Trek einen perfekt vorbereiteten Massensprint. Zwar prägte Seitenwind den Tag in der saudischen Wüste immer wieder, eine Vorentscheidung ließ er jedoch nicht zu.
Nach seinem Auftaktsieg machte Milan zwei aus zwei. Im Finale verwertete er einen mustergültigen Lead-out und setzte damit ein weiteres Ausrufezeichen hinter seine aktuelle Form und das wachsende Maß an Rennkontrolle von
LIDL-Trek.
Seitenwind sorgt für Unruhe, aber nicht für die Entscheidung
Die Etappe begann mit einer frühen Fünfergruppe kurz nach dem scharfen Start. Das Peloton ließ dem Ausreißversuch jedoch kaum Spielraum, da mehrere Teams das Rennen eng führten. Im exponierten Mittelteil änderte sich die Dynamik spürbar: Seitenwind riss das Feld in mehrere Staffeln und drohte, die Etappe kurzfristig in einen selektiven Überlebenskampf zu verwandeln.
Mehrere Sprinter gerieten beim Tempowechsel zunächst ins Hintertreffen, das Peloton zerfiel in kleinere Gruppen, während an der Spitze konsequent nachgesetzt wurde. Doch in den letzten 40 Kilometern ließ der Druck nach. Die Verfolger schlossen wieder auf, und das Rennen fand zurück in eine kompaktere Ordnung.
Ein später Gegenangriff von Stefan de Bod und Mathias Bregnhoj brachte noch einmal Bewegung ins Feld.
LIDL-Trek reagierte jedoch geschlossen, organisierte die Nachführung und neutralisierte die Aktion innerhalb der letzten 20 Kilometer. Von diesem Moment an war klar, dass die Entscheidung im Sprint fallen würde. Die zuvor durch den Wind erzeugte Unordnung war vollständig absorbiert.
Perfekter Lead-out, Milan ohne Zweifel
Nach der Regruppierung übernahm
LIDL-Trek konsequent die Kontrolle über das Finale. Das Tempo stieg deutlich, das Feld zog sich in die Länge, während die Teams auf dem flachen Anlauf um die entscheidenden Positionen kämpften. Die verbliebene Spannung im Gesamtklassement beschränkte sich auf den Bonifikationssprint, in dem Jan Christen drei Sekunden sammelte, ohne den Etappenverlauf zu verändern.
Im letzten Kilometer zahlte sich die Organisation von
LIDL-Trek aus. Simone Consonni setzte einen kraftvollen, präzise dosierten Lead-out und brachte Milan in idealer Position an die Spitze des Feldes. Rund 300 Meter vor dem Ziel eröffnete Milan seinen Sprint, riss sofort eine Lücke und hielt den Angriff von Matteo Malucelli souverän auf Distanz.
Der Erfolg war Milans 27. Profisieg und bestätigte seine Rolle als dominanter Sprinter der Auftaktetappen. Nach einem Tag, der mehrfach mit Umwälzungen flirtete, am Ende aber Kontrolle und Timing belohnte, endete die 2. Etappe dort, wo sie begonnen hatte: mit
LIDL-Trek und
Jonathan Milan fest im Kommando der
AlUla Tour.