Die Frühlingsklassiker stehen vor der Tür. Am Wochenende beginnt das Opening Weekend, der Startschuss für eine der besonderen Phasen der Saison. Den Auftakt macht das
Omloop Het Nieuwsblad 2026, in dem in diesem Jahr ein hochkarätiges Feld um den Sieg kämpft. Und
Wout van Aert lässt dieses Datum als Debüt seiner Straßensaison nicht aus.
Fast zwei Monate nach seinem Knöchelbruch beim Exact Cross Mol ist der Star von Team Visma | Lease a Bike bereit für die Rückkehr auf Topniveau. Wie immer handelt es sich um eine Kopfsteinpflaster-Klassiker. In der Ausgabe 2026 führt das Rennen über 207 Kilometer mit 12 Pavé-Sektoren und mehreren kurzen Anstiegen.
An Van Aerts Seite stehen Superstars wie
Paul Magnier,
Tom Pidcock,
Jasper Philipsen,
Arnaud De Lie, Jordi Meeus, Soren Waerenskjold (Sieger der Ausgabe 2025),
Biniam Girmay, Kaden Groves, Tim Wellens, Matthew Brennan, Florian Vermeersch und… Mathieu van der Poel?
Der Sieger könnte sowohl in einem Massensprint als auch in einem reduzierten Sprint der Stärksten ermittelt werden. Vor diesem Hintergrund: Wer sind die fünf Hauptkonkurrenten von Van Aert bei seinem Straßendebüt der Saison 2026? Hier sind die auffälligsten Namen.
1. Paul Magnier
Der Fahrer, der für mich als Topfavorit ins
Omloop Het Nieuwsblad 2026 startet, ist Paul Magnier. Sein Team Soudal Quick-Step will in den Klassikern zu den Glanzzeiten des „Wolfpack“ zurückkehren, und der Franzose ist ihre wichtigste Waffe dafür.
Trotz seiner erst 21 Jahre gehört Magnier bereits zur Weltspitze. 2025 war er der Fahrer mit den zweitmeisten Saisonsiegen, nur Tadej Pogacar lag vor ihm. Er fuhr zudem das Omloop Het Nieuwsblad und war dem Sieg ganz nah: Soren Waerenskjold gewann, Magnier wurde im Sprint Zweiter.
Zudem hat Paul Magnier nach einem spektakulären Saisonfinish im Vorjahr auf gleichem Niveau begonnen. Bei der Volta ao Algarve gewann er beide Sprintetappen und schlug Gegner vom Kaliber eines Jasper Philipsen und Jordi Meeus. Ohne Zweifel ist er Van Aerts stärkster Widersacher um den Sieg.
2. Tom Pidcock
Einer der besten Fahrer der Welt steht ebenfalls am Start des Omloop. Tom Pidcock, einer der seltenen Allrounder, die Bergetappen, Sprints und sehr harte Klassiker gewinnen können, jagt für Pinarello - Q36.5 den nächsten Triumph.
Das ideale Szenario für ihn ist ein reduzierter Sprint aus einer Spitzengruppe, wenngleich er auch einen größeren Massensprint bewältigen kann.
Tom Pidcock ist ein Klassikerspezialist, der seine noch schlank wirkende Palmares ausbauen will. Überraschend, aber wahr: Er hat „nur“ 11 Profisiege. Der jüngste gelang ihm auf der Schlussetappe der letztjährigen Vuelta a Andalucía, als eine vernichtende Attacke 5,5 Kilometer vor dem Ziel alle Favoriten abhängte und ihm einen Solosieg bescherte.
3. Arnaud De Lie
Für Arnaud De Lie sind Pflasterklassiker sein natürliches Terrain. Als Aushängeschild von Lotto - Intermarché wartet er noch auf seinen ersten Sieg seit der Fusion der beiden WorldTour-Teams zu einer Struktur.
Wie Tom Pidcock kann er sowohl große Massensprints als auch reduzierte Ankünfte fahren, vielleicht mit etwas mehr reiner Endgeschwindigkeit als der Brite.
Mit 23 Jahren kommt De Lie als einer der Lokalhelden ins Opening Weekend. Rennen in Belgien geben ihm die gleiche Motivation wie Wout van Aert. Zudem reist er mit zwei soliden Resultaten an: Fünfter bei der Clásica de Almería und erneut Fünfter auf der ersten Etappe der Volta ao Algarve.
4. Jasper Philipsen
Bei Jasper Philipsen ist der Kontext ein anderer als bei Paul Magnier. Der Star von Alpecin - Premier Tech kommt mit Fragezeichen ins Omloop Het Nieuwsblad 2026, nach einer ernüchternden Volta ao Algarve, wo er im ersten Sprint Vierter und im zweiten Zehnter wurde, obwohl in beiden ein Top-3 erwartet wurde.
Doch Philipsen ist ein Sprinter mit 58 Karrieresiegen, viele davon bei Kopfsteinpflaster-Klassikern. Seine Referenzen in diesem Rennformat machen ihn zu einem tödlichen Gegner. 2025 wurde er Dritter beim Omloop Het Nieuwsblad und gewann tags darauf Kuurne - Bruxelles - Kuurne. Ihn dieses Jahr zu unterschätzen, wäre ein schwerer Fehler – für Wout van Aert wie für das restliche Feld.
Biniam Girmay celebrates his win at the 2026 Clasica de Almeria
5. Biniam Girmay
Schließlich komplettiert Biniam Girmay die Top fünf der auf dem Papier stärksten Rivalen, die Wout van Aerts Weg zum Sieg am ehesten erschweren könnten. Der Eritreer gehört aktuell zu den formstärksten Fahrern. Sein Wechsel zum NSN Cycling Team ist hervorragend angelaufen, zumindest wenn man seine Resultate in den ersten beiden Rennen in neuen Farben betrachtet.
Girmay gab sein NSN-Debüt bei der Volta a la Comunitat Valenciana 2026, wo er keinerlei Eingewöhnungszeit brauchte und direkt seinen ersten Sieg verbuchte. Auf der ersten Etappe in Torreblanca hatte er keine Gegner und sicherte sich dank dieses Ergebnisses auch die Punktewertung. Anschließend gewann er die Clásica de Almería in einem weiteren dominanten Sprint, trotz Konkurrenz durch Arnaud De Lie.