Tadej Pogacar trägt seit weiten Teilen der Tour de France 2026 das Gelbe Trikot. Trotz der Aufmerksamkeit und des Prestiges, die seine Dominanz in diesem Rennen und in den vergangenen Saisons mit sich bringen, hat eine bescheidene Geste seine Teamkollegen bei UAE Team Emirates - XRG besonders beeindruckt.
Der Weltmeister gilt als außergewöhnlich fair bei Sieg und Niederlage. Offenbar zeigt er diese Haltung auch hinter den Kulissen, wo Teamkollege Tim Wellens berichtet, dass eine seiner Handlungen – zu der er keineswegs verpflichtet wäre – ihn und die Mannschaft überrascht hat.
Für das emiratische Team verläuft die Tour bislang erfolgreich. Nach zwei Wochen kontrollierten sie das Rennen souverän, Pogacar steht sicher in Gelb, und Isaac del Toro rückte nach 15 Etappen auf Gesamtrang drei vor.
Die brutale Schlusswoche bringt drei schwere Bergetappen sowie ein Zeitfahren am Dienstag. Mit sechs entscheidenden Abschnitten vor der Brust denkt Wellens an Freude, als er nach Pogacar und der Tour gefragt wird.
„Ich würde sagen: Freude. Wir haben eine gute Zeit, wir sind gerne hier“, sagte Wellens gegenüber Vive Le Vélo.
„Wir halten uns im Moment zu wenig vor Augen, aber später werden wir sagen: ‘Wow, das war eine großartige Tour de France’.“
Tim Wellens and Tadej Pogacar at the 2026 Liêge-Bastogne-Liège
Pogacar-Geste überrascht Wellens
Die Geste, die Wellens überraschte: Der viermalige Toursieger ist als Einziger im Team, der bei der Rundfahrt sein Bett selbst macht, und er packt ein, wo immer es geht – obwohl sich ein Fahrer seiner Klasse damit normalerweise nicht befassen müsste, wie Wellens betont.
„Wir haben bei dieser Tour alle ein Spezialbett, und es sind zwei Leute angestellt, die es jedes Mal auf- und abbauen.
Aber Tadej ist der einzige Fahrer, der sein Bett komplett selbst macht. Man könnte sagen: Er trägt Gelb, er sollte sich um nichts anderes kümmern. Doch Tadej hilft gern. Er empfindet es als seine Pflicht, es so zu machen. Hut ab vor ihm!“
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um in der Rangliste mitzumachen.
Pogacars Bodenständigkeit bestätigt auch seine Mutter Marjeta. Sie beschreibt, wie ihr Sohn kocht, im Haushalt hilft und bei Besuchen in Slowenien in seinem Kinderbett schläft.
Sie sagte: „Louis Vuitton und solche Marken? Nichts für ihn. Tadej und Urška kochen zu Hause in Monaco selbst, und sie haben dort auch keine Haushaltshilfe, so wie ich zu Hause keine habe. Tadej schaudert bei dem Gedanken an eine Haushaltshilfe.
Wenn Tadej zu Hause in Slowenien ist und wir mit der ganzen Familie essen, dann ist er derjenige, der allen Wasser bringt, er macht den Kaffee. Und statt ins Hotel zu gehen, schläft er zu Hause in seinem alten Zimmer. Nichts macht mich als Mutter glücklicher.“
Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
Radsport ist für mich mehr als Leidenschaft. Er ist ein komplexer Leistungssport, der Kontext, Genauigkeit und Verantwortung verlangt – genau diesen Anspruch vertrete ich in unserer täglichen Berichterstattung.