Kein Rätselraten mehr. Keine Annahmen mehr. Keine Ungewissheit mehr.
Paul Seixas wird als „Volksheld“ bestätigt, Decathlon CMA CGM bei der
Tour de France 2026 anzuführen – mit der Chance, mindestens einen der Dominatoren Jonas Vingegaard oder Tadej Pogacar zu schlagen und deren fünfjährige Serie bei der Grande Boucle zu beenden. Und auch wenn es nicht immer der Plan war: Seixas’ Niveau in der ersten Saisonhälfte ließ keinen Zweifel, dass er auf die größte Bühne des Radsports gehört.
Die Meinungen gehen auseinander, doch
Jens Voigt unterstützt diese Entscheidung. „Er hat die Baskenland-Rundfahrt überzeugend gewonnen und wurde bei Lüttich–Bastogne–Lüttich knapp hinter Pogacar Zweiter. Daher ist es logisch, ihn dorthin zu schicken“, sagte Voigt gegenüber
Eurosport.
Der 17-fache Tour-de-France-Teilnehmer glaubt zudem, dass sich Seixas bei seinem Grand-Tour-Debüt nicht verstecken wird: „Er ist so stark, und man muss ohne Zweifel sagen, dass Paul das Potenzial hat, bei der Tour aufs Podium zu fahren. Er ist jung und frisch.“
Gleichzeitig mahnt Voigt, Seixas solle den Fokus nicht zu sehr aufs Gesamtklassement legen, „sondern vielmehr darauf, was Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard machen. Wie fahren sie, wann greifen sie an, wie prägen sie das Rennen, und wie setzen sie ihre Helfer ein? Daraus sollte Seixas lernen, wie er dasselbe tun kann – oder vielleicht sogar besser.“
Wäre ein Etappensieg ein gutes Trostpflaster?
Sollte sich die Belastung über drei Wochen für den jungen Franzosen als zu groß erweisen, sieht Voigt einen Strategiewechsel ohne jedes Stigma. Der deutsche Ex-Profi traut Seixas zudem zu, „eine Etappe zu gewinnen, wenn er im Gesamtklassement weit genug zurückliegt“.
Langfristig zählt Seixas für den Experten zum Kreis der Tour-de-France-Siegkandidaten, daran hat er keine Zweifel: „Ich denke, er ist noch nicht ganz so weit, um im Juli auf Topniveau gegen Pogacar und Vingegaard zu bestehen. Aber in zwei Jahren wird er mit ihnen auf Augenhöhe sein.“
Tadej Pogacar und Paul Seixas auf dem Podium der Lüttich–Bastogne–Lüttich 2026